284
0. Die deutschen Schutzgebiete in der Südsec.
und Schweine, Hühner, Tauben und Enteil. Die Deutsche Handels- nnd Plantagengesellschaft der Südsee hat auch bereits Rinder, Pferde und Esel mit gutem Erfolge eingeführt.
Die Eingeborenen sind gute Schiffer, treiben Fischerei, verfertigen Zeuge und Matten, haben aber sonst keine erheblichen Leistungen auf wirtschaftlichem Gebiete auszuweisen. Der Hanptausfuhrartikel ist die Kopra (1910 über 9000 Tonnen); daneben kommen noch Kakao (500 Tonnen), Kawawurzeln, auch etwas Kaffee und Kautschuk in Betracht. Eingeführt werden besonders Kleidungsstücke, Biskuits, Salzfleisch und konserviertes Fleisch. Der Ausfuhr vou über 4,4 Mill. stand im Jahre 1911 eine Einfuhr von 4 Mill. -T. gegenüber, wurde also vou der Ausfuhr übertroffen.
Auf Samoa bestehen außer dem Kaiserl. Postamt zu Apia, das auch eül Ortsfernsprechnetz besitzt, noch 7 Posthilfsstellen. Die Verbindung mit dem Mutterland geht über Tutuila, Honolulu und Sau Franzisko alle drei Wochen und über Fiji und Sydney alle vier Wochen. Eine funkentelegraphische Verbindung zwischen Bap, Apia, Nauru und Rabaul ist beabsichtigt, wodurch über Pap eine telegraphische Verbindung mit dem Mutterlande hergestellt würde. Bis dahin muß der telegraphische Verkehr sich der Vermittlung der Station Auckland (Neuseeland) bedienen. ' "
Verwaltung, Schule, Mission.
Die Verwaltung untersteht einem Gouverneur (z. Zt. Dr. Schultz), dein ein Gouvernementsrat zur Seite steht, liegt aber im übrigen in den Händen der Samoaner. An der Spitze der samoanischen Selbstverwaltung steht ein Oberhäuptling (mit dem Titel Le Alii Sili), dem ein Rat (Faipule) beigegeben ist. Für die Zwecke der Verwaltung ist die Insel Upolu in vier, Savaii in sechs Distrikte eingeteilt. Jeder Distrikt untersteht einem Häuptling (Taitai Jtu). Im ganzen werden 101 Ortschaften gezählt. Die Landeshauptstadt ist Apia an der Nordküste von Upolu mit etwa 1300 Einwohnern. Der Hafen wird durch zahlreiche Riffe sehr beengt und ist im Südsommer gegen Wind und Dünung völlig ungeschützt. Östlich von Apia liegt die Kokospflanzung Vailele, welche ebenso wie die Pflanzung Mulifanua im Westen der Insel der Deutschen Handels- und Plantagengesellschaft der Südsee angehört. In Saluafata ist eine Kohlenstation eingerichtet.
Bereits seit 1888 besteht in Apia eine deutsche Schule. Fast alle Samoaner sind Christen. Den größten Anteil an dem Bekehrungswerke hat die (Evangelische) Londoner Missionsgesellschaft gehabt, die schon seit 1830 aus Upolu und Savaii tätig ist. Auch die Wesleyaner haben gute Erfolge auszuweisen. Am wenigsten Anhänger hat die Katholische Ma- risten-Kougregation zu werben vermocht, obwohl auch sie bereits seit 1840 aus Samoa gewirkt hat.