V. Deutsch-Samoa.
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Palme der Brotfruchtbaum, Yams, Taro, Bataten, Baiianen, Zuckerrohr u. a. Die Tierwelt ist dagegen nur dürftig vertreten. An Säugetieren finden sich neben den eingeführten Haustieren nur fliegende Füchse, einige kleinere Fledermausarten und Mäuse. Die Vögel sind durch 52 Gattungen vertreten, von denen 15 Samoa allein angehören. Besonders häufig find an den Küsten einige Gattungen von Wat- und Schwimm- vögeln. In den Wäldern trifft man große Schwärme wilder Tauben und scheckiger Papageien. Die Reptilien sind durch Geckos und Skiuke vertreten. Insekten finden sich wenig, doch machen sich die Moskitos lästig bemerkbar, ebenso Nashornkäfer, welche die Kokospalmen bedrohen.
Bevölkerung.
Die Samoaner sind Polynesier. Ihre Gesamtzahl betrug am 1. Oktober 1911 ausschließlich der in Samoa seßhaft gewordenen Südseeinsulaner 33 500 und weist eine langsame Zunahme auf. Sie sind groß, kräftig, hellbraun bis bronzefarben, haben breitgedrückte Nasen, wulstige Lippen, stark entwickelte Unterkiefer, hervortretende Backenknochen, aber im ganzen angenehme Gesichtszüge. Das Haar ist schwarz, meist aber durch Kalk rötlich gebeizt und wird kurz getragen. Bon Charakter ist der Samoaner fröhlich und gastfrei, aber träge. Da die Eingeborenen zu jeder regelmäßigen Arbeit untauglich sind, hat man sich gezwungen gesehen, für größere wirtschaftliche Unternehmungen melanesische Arbeiter einzuführen. Die Seitenwände der Häuser sind tagsüber meist offen, um den kühlen Winden Einlaß zu gewähren, werden aber nachts zum Schutze gegen die Moskitos durch Palmblattdecken verhangen. Dagegen ist das Dach besonders sorgfältig hergestellt, um Regen und Sonne abzuhalten. Die weiße Bevölkerung belief sich am 1. Januar 1911 auf 504 Personen: darunter waren 284 Deutsche. An Mischlingen waren 1009, an Chinesen 1321, an nichteingeborenen Südseeinsulanern 873 vorhanden.
Produktion des Landes. Gewerbefleisz. Handel und Verkehr.
Der Busch bietet viele Früchte im Überfluß. Kokospalme, Brotfruchtbaum und die verschiedenen Pandanusarten liefern nicht nur beliebte Lebensmittel, sondern werden auch sonst wirtschaftlich viel verwertet. Die Kokosnüsse geben das Hauptausfuhrprodukt der Inseln, die Kopra. Aus den Blättern der Palme werden ebenso wie aus denen der Pandanusarten Matten geflochten, aus den Schalen der Nüsse die gebräuchlichsten Gefäße hergestellt. Die Eingeborenen bauen neben Nams, Taro und Bataten auch Bananen, Ananas und Zuckerrohr. Von den Europäern sind hauptsächlich Kokospalmen im größeren Maßstabe angepflanzt worden, doch haben auch Versuche mit Kakao und Kautschuk gute Ergebnisse geliefert. An Haustieren halten die Samoaner Hunde