270 0. Die deutschen Schutzgebiete in der Südsee.
November bis Ausgang Mai und steigern sich in diesen Monaten manches Mal zu Stürmen, die uns für unser Haus fürchten ließen. In den Wochen, wo der Nordost-Monsun einsetzt, seltener in denen, wo er aufhört, also int November und Dezember einerseits und im Juni andererseits, treten in unregelmäßigen Zwischenräumen die für diesen Teil der Südsee verheerend wirkenden Taifune auf. Mir selbst ist es beschieden gewesen, zwei davon mit durchmachen zu müssen, einen an Bord des kleinen Kanonenbootes „Jaguar" im Hafen von Pap, den andern aus eitlem winzigen Segelschoner während der Fahrt nach Guam auf den Marianen. Nur wer einmal durch das Zentrum eines solchen Wirbelwindes gekommen ist, kann sich einen Begriff von seinen Schrecknissen machen. Pap sah aus, nachdem der 22 Stunden währende Stnrin vorübergerast war, als ob ein Feuerherd über die Insel dahinge- sahren sei.
Die Vegetation des Kulturlandes auf Yap.i)
Ich schicke voraus, daß ich das Wort an dieser Stelle in etwas beschränktem Sinne gebrauche, indem ich darunter die Zone verstehe, innerhalb derer die Eingeborenen ihre Wohnplätze haben, eine Zone, die einen mehr oder weniger breiten Küstensaum darstellt und sich nur da tiefer ins Land erstreckt, wo Buchten einspringen oder von kleinen, periodischen Bächen durchslossene Täler nach dem Meer zu sich öffnen. Das Kulturland in diesem Sinn wird seiner Vegetation nach in den Büchern gewöhnlich Palmenhain oder auch Brotfruchtwald genannt, was wohl andeutet, daß wir es mit einem Gebiet waldartigen Charakters zu tun haben, daneben aber die Vermutung rechtfertigt, daß hier eine durchaus künstliche, nur von Menschenhand geschaffene Pflanzenformation herrsche. In Wahrheit durchdrungen sich Kunst und Natur. Kokos- und Betel- Palmen, Brotfruchtbäume, Bananen, Papayen, Limonen, Jambnsen und Baumstachelbeeren sind in einen starkgelichteten, niederen Wald hineinversetzt und gewähren zusammen mit nutzlosen Bäumen — von denen ich Banian- und Würgerfeigen, Terminalia, Cerbera, Serianthes, Cyno- metra und Erythrina nenne — zusammen mit Sträuchern, Kräutern und vereinzelten Lianen das Bild eines stark verwilderten Parkes oder auch Gartens, der scheinbar ohne jede menschliche Pflege aufschießt. Da und dort sind Lichtungen in diesem Parke, der durch die Kokospalme seine Signatur erhält. Sie werden ausgefüllt einerseits durch die Gehöfte und wenige größere Versammlungshänser der Eingeborenen, andererseits durch Pflanzungen von Knollgewächsen, unter denen Taro und eine andere, Lack genannte, wunderbar dekorativ wirkende Aracec(0^r8to8p6rmL eäuls Lebott), mit meterbreiten und drei Meter langen Blättern in erster
D Pros. Dr. G. Volkens: „Über die Karolineninsel Aap". Verb. der Ges. für Erdk. 1901. S. 65.