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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel.
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6. Die deutschen Schutzgebiete in der Südsee.

Fluten sich an zwei Stellen vereint und so dazu geführt, daß zwei größere Landkomplexe, Map und Rumong genannt, als besondere Inseln durch schmale Meeresarme abgetrennt worden sind. Der Küstenstreifen stellt sich, wenn wir das Auge umherschweifen lassen, in sehr wechsel- vollem Bilde dar. Bald fällt er steil, oft senkrecht, 10 bis 30 m zum Meer ab, so besonders im Nordosten von Map und im Osten der Provinz Fanis, bald erhebt er sich kaum aus dem Meer und bleibt bis weit ins Land hinein eben, so vornehmlich an der gesamten Südspitze und in den Landschaften Gillifiz und Pin im Westen. Als Regel kann gelten, daß er als schmaler Gürtel von 101000 m Breite erscheint, hinter dem das Land mehr oder weniger plötzlich aufsteigt, entweder zu einer einzelnen Plateaustufe oder zu einem Hügelgelände, das in der aus drei Bergen bestehenden Burrä-Kette ungefähr in der Mitte der Insel seine höchsten, 250300 m hohen Erhebungen findet. Wo der Küstenstreifen bis weit hinein eben ist, zeigt sich meist keine Mangrove vorgelagert; ein flacher Sandstrand breitet sich hier aus, die Decke bildend für festgefügten Korallenkalk. Nie hebt sich dieser, wie allenthalben auf den Palaus und vornehmlich auch auf den Marianen der Fall ist, zu bedeutenderen Höhen.

Bodengestalt der Marionen.

Die südlichen Inseln des Archipels sind die niedrigsten; über ihrem ebenen, hügeligen Boden erheben sich nur hier und da einzelne kleine Berge; dagegen sind die nördlichen bergig, wenn auch die Höhe der Gipfel nicht bedeutend ist, die höchsten erreichen kaum 800 in Höhe. Das Gestein ist in den südlichen Inseln überwiegend Madreporenkalkstein, der über dem Meeresspiegel erhoben ist; dazwischen finden sich, besonders in Guahan, vulkanische Gesteine, welche die Erhebung des Kalksteins erklären. Die nördlichen Inseln sind dagegen ganz von vulkanischer Bildung; es fehlt ihnen auch nicht an tätigen Vulkanen, und Erdbeben sind nicht selten und richten zu Zeiten starke Verheerungen an. Die Küsten der südlichen Inseln sind mehr oder weniger von Küstenrisseu umgeben, die der nördlichen dagegen frei davon, Häfen nur selten. Alle Inseln sind größtenteils dicht bewaldet; die Vegetation ist selbst im Ver­gleich mit der der Molukken und Philippinen noch reich und glänzend und schließt sich eng an die der indischen Inseln, namentlich der Philip­pinen an, die politische Verbindung mit diesen hat (wenigstens in Guahau, auf welche Insel unsere Kenntnisse von den natürlichen Produkten des Archipels fast allein beschränkt sind) die Einführung vieler Pflanzen von dort zur Folge gehabt, die häufig auch verwildert sind. Kryptogamen aller Art sind bei der Feuchtigkeit des Klimas sehr häufig, ebenso Gräser (die Europäer fanden Zuckerrohr und Reis bereits vor) und Zypereen;

Z Meinicke:Die Inseln des Stillen Oceans". II. S. 388.