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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel.
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IV. Die Karolinen, Marionen und Palauinseln.

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nüsse, Brotfrüchte, Bananen, Limonen, Jambusen trägt ihnen der Busch­wald. Die Herstellung der einfachen Kleidung verlangt weder hohe Kunstfertigkeit noch besondere Zubereitung der Materialien. Da ferner die notwendigen Geräte und Waffen sämtlich eingeführt werden, so ist die gewerbliche Betätigung der Karolinier sehr gering. Auf Kusaie wer­den indessen feine Gewebe und Hüte aus Bananen- und Pandauus- blättern hergestellt. Die wichtigsten Handelsprodukte sind Kopra und auf den Palauinseln, Anganr und Pililju Phosphat, von dein im Jahre 1910 36 000 t im Werte von fast 1 Mill. ausgeführt wurden. Da­neben fallen Trepang, Schildpatt, gesalzene Fische, Trockenfleisch, Vogel­bälge, Tabak, Mais kaum ins Gewicht. Aus den Palauinseln harren Kohlenlager der Ausbeutung. 1910 betrug die Einfuhr 1,07 Mill., die Ausfuhr 1,7 Mill. -M Postanstalten befinden sich in Palau, in Uap auf den West-, in Truk und Ponape auf den Ost-Karolinen und in Saipan auf den Marianen.Die Insel Uap ist durch die der Deutsch- Niederländischen Telegraphengesellschaft in Köln gehörigen Kabel Pap- Menado (Celebes), Uap-Guam und Uap-Schanghai an das internatio­nale Telegraphennetz angeschlossen." Die Postverbindungen werden durch einen Dampfer der Jaluitgesellschaft hergestellt, der dreimal jährlich die genannten Postämter von Sidney aus und rückkehrend dreimal von Hongkong anläuft.

Verwaltung. Schule. Mission.

Das Schutzgebiet untersteht dem Gouverneur von Kaiser-Wilhelms- laud. Es ist in zwei lokale Verwaltungsbezirke: Ost-Karolinen (Bezirks­amt Ponape) und West-Karolinen mit den Palauinseln und Marianen (Bezirksamt Pap) eingeteilt. Die Verwaltung hat Erhebliches geleistet in der Anlage von Verkehrswegen, Kanälen und hat dazu die Eingebore­nen mit Erfolg herangezogen. Ihren Bemühungen ist es auch gelungen, die in den Jahren 19057 durch Taifune schwer geschädigten Inseln vor Hungersnot zu bewahren und der den Kokosbeständen verderblichen Schildlansplage Einhalt zu tun. Aus Saipan und Bap befinden sich gut besuchte Regierungsschulen.Chamorrojungen werden nach Tsingtau ge­schickt, um in den Marinewerkstätten zu Handwerkern ausgebildet zu werden."

Die Bevölkerung von Ponape (ca. 3000 Personen) ist zu zwei Dritteln protestantisch, im übrigen katholisch. Auch die Bevölkerung von Kusaie ist bereits gänzlich für das Christentum gewonnen, das auch auf den übrigen Inseln infolge der Wirksamkeit der (evangelischen) Bostoner Missionsgesellschaft und des Spanischen Kapuzinerordcns, der jetzt durch, deutsche Kapuziner abgelöst wird, gute Fortschritte gemacht hat. Auch letztere haben Schulen gegründet.