III. Die Marshallinseln.
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mählich ab. Unteragenten, die entweder gleichfalls von der Firma angestellt und mit Tauschwaren versorgt werden, oder auf eigene Rechnung handeln, kaufen die Kopra auf und liefern sie an die Agenten ab. Aus den Agenturen wird dieselbe direkt oder über einen Zentralpunkt, der z. B. für die deutsche Handels- und Plantagen-Gesellschaft Apia ist, verschifft.
Die Agenten sind mit wenigen Ausnahmen Deutsche, während sich die Unteragenten, aus Mangel an geeigneten Deutschen, vorzugsweise aus Engländern rekrutieren. Erstere sind entweder fest angestellt und beziehen daneben Tantiemen von den abgelieferten Produkten, oder es werden ihnen letztere zu einem vereinbarten Preise abgenommen, wobei es ihnen dann selbst überlassen ist, die Produkte so billig als möglich zu erwerben. Jährlich ein- oder zweimal besucht eines der Schiffe der Firma die Handelsstation, nimmt die Produkte ein und liefert neue Tauschwaren.
Pandanus und Kokospalme auf Radack. *)
Das nutzbarste Gewächs dieser Inselkette ist der gemeine Pandanus der Südseeinseln (Wob). Er wächst wild auf dem dürrsten Sande, wo erst die Vegetation anhebt, und bereichert den Grund durch die vielen Blätter, die er abwirft. Er wuchert in den feuchten Niederungen reicherer Inseln. Er wird außerdem mit Fleiß angebaut, zahlreiche Abarten mit veredelter Frucht, die der Kultur zuzuschreiben sind, werden durch Ableger fortgepflanzt. Ihr Samen bringt die Urform der Art (der Eruan) wieder hervor. Die Frucht des Pandanus macht auf Radack die Volksnahrung aus. Die zusammengesetzten faserigen Steinfrüchte, aus denen die kugelförmige Frucht besteht, enthalten an ihrer Basis, dem Punkte ihrer An- heftung, einen würzigen Saft. Man klopft erst, um diesen Saft zu genießen, die Steinfrucht mit einem Stein, kauet sodann die Fasern und dreht sie in dem Munde aus. Man backt auch die Früchte in Gruben,
nach der Art der Südsee, nicht sowohl um sie in diesem Zustand zu ge
nießen als um daraus den Mogan zu bereiten, ein würziges, trockenes Konfekt, das, ein köstlicher Vorrat, sorgfältig aufbewahrt, für Seereisen aufgespart bleibt. Zur Bereitung des Mogan sind alle Glieder einer oder mehrerer Familien geschäftig. Aus den Steinfrüchten, wie sie aus der Backgrube kommen, wird der verdickte Saft über den Rand einer Muschel ausgekratzt, dann auf einem mit Blättern belegten Rost ausgebreitet, über einem gelinden Kohlenfeuer der Sonne ausgesetzt und gedörrt. Die dünne Scheibe, sobald als sie gehörig getrocknet, wird dicht auf sich selbst zusammengerollt, und die Walze dann in Blättern des
Baumes sauber eingehüllt und umschnürt. Die Mandel dieser Frucht
Z Chamisso: „Bei Kotzebue, Entdeckungsreise", Bd. III, S. 110. Seidel, Koloniales Lesebuch. 3. Anst.