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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel.
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6. Die deutschen Schutzgebiete in der Südsee.

bctricbes der Neuguinea-Kompagnie. Daselbst findet sich auch eine große Kokospflanzung. Zu dem Bezirk Friedrich Wilhelmshafen gehören außerdem die Pflanzung Jomba und die Station Potsdamhafen. Dazu kommen noch eine Anzahl von Handelsstationen. Andere Niederlassungen mit Europäern sind Stephansort, Finschhafen, Berlinhafen, Eitape. Das Missionswerk wird von zwei evangelischen Gesellschaften: der Rheinischen Missionsgesellschast, der Neuendettelsauer Missionsgesellschaft und der Katholischen Missionsgesellschaft vom göttlichen Wort in Steyl betrieben.

b) Aus den Berichten der Reisenden und Forscher Die Küste der Astrolabebai.

Der Anblick der Küste von Astrolabebai überraschte und befriedigte uns alle gar sehr. Das waren nicht die langweiligen, in gleichmäßiges Grün gekleideten Berge, wie wir sie aus dem Bismarckarchipel gewohnt waren, sondern die Landschaft wurde, je weiter wir in die Bai hinein­kamen, um so ansprechender. Sie ist rings von hübschen, dicht bewaldeten Bergreihen umschlossen, hinter denen gegen Süden stattliche Gebirgszüge hervorragen, von denen die höchsten an 10 000 Fuß hoch sein mögen und wohl zum System des Finisterre-Gebirges gehören. Die in den Schluch­ten lagernden weißen Wolkenmassen, welche so sehr weißen Schneeflocken ähnelten, gaben diesem schönen Gebirgsbilde einen erhöhten Reiz. Wir passierten die kleine Insel Bilibili, deren Bewohner in großen, kunstvoll gebauten Kanus herbeieilten und in freundlicher Weise Verkehr anzu­knüpfen suchten. Aber wir mußten diesmal ihren Versuchungen aus­weichen, galt es doch zunächst Port Constantin aufzusuchen, wie sich später zeigte, keineswegs ein Hafen, sondern eine kleine Buchtung, welche wenig Sicherheit gewährt. Vergebens spähten wir nach Siedelungen, aber das mit dichtem Urwald bekleidete Ufer war wie ausgestorben! Wie sich später zeigte, liegen die Dörfer im Dickicht des Urwaldes versteckt und verraten sich dem Kenner meist durch nichts als kleine Gruppen Kokospalmen und eine besondere Baumart, welche sich durch die einfarbige, lebhaft gelbe Belaubung auszeichnet. Diesegelben Bäume", welche sich übrigens an der ganzen Ostküste Neu-Guineas finden, mar­kieren sich in dem dunklen Grün des Urwaldes sehr auffallend und er­regen schon von weitem Aufmerksamkeit. So wurde von unseren See­leuten die besonders hohe und dichte Gruppe gelber Bäume bei dem Dorfe Bogati oder Bogadschi,?) welches die Karten deshalb alsgelbes Dorf" bezeichnen, anfänglich für ein Segel gehalten.

*) Dr. O. Finsch:Samoafahrten", S. 31. 2) Gewöhnlich Bogadjim genannt. D. H.