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6. Die deutschen Schutzgebiete in der Südsee.
Flamingos, Spechte, Finken, Fasanen, Hühner, gänzlich vermissen, während Papageien, Kakadus, Loris und Tauben in großer Mannigfaltigkeit und Farbenpracht vorhanden sind. Der bekannteste Vertreter der Vogelfauna ist der Paradiesvogel, der größte der Kasuar. Ferner verdienen Hervorhebung der Nashornvogel, die Großfußhühner, Eisvögel, Glanzstare, Honigsauger usw. Meer und Flüsse sind außerordentlich fischreich, der Fischfang daher hoch entwickelt. Unter den Reptilien sind besonders das Krokodil und eine Seeschildkröte bemerkenswert. Giftschlangen scheinen nicht vorzukommen. Perlmuscheln sind häufig, und eine Holothurien- art, der Trepang, wird als Leckerbissen nach China und Japan ausgeführt.
Bevölkerung.
Die Bevölkerung des Stillen Ozeans wird gemeiniglich in drei Gruppen geschieden, die Melanesier, die Polynesier und die Mikronesier. Die Eingeborenen von Kaiser Wilhelmsland, über deren Anzahl bisher zuverlässige Schätzungen nicht vorliegen, rechnet man zu der ersten Gruppe, die man auch mit dem Namen Papua bezeichnet. Ihr gemeinsames Kennzeichen ist der krauswellige, korkzieherartige Haarwuchs, Im übrigen zeigen sie nach Hautfarbe, Gesichtsbildung und Sprache weitgehende Verschiedenheiten. Die Sprachenzersplitterung ist ungewöhnlich groß; selten reicht das Herrschaftsgebiet einer Sprache über zwei oder drei Dörfer hinaus. Die Sprachen zerfallen in zwei Gruppen, deren eine als die melanesische (im engeren Sinn), die andere als die Papuanische bezeichnet wird. Die Kleidung beschränkt sich auf die Bedeckung der Hüst- gegend. Schmuck, Bemalung und Tätowierung sind sehr beliebt, bei den Männern mehr als bei den Frauen. Als Waffen sind Wurfspeere, Bogen, Schilde, Steinkeulen, Steinschleudern und Knochendolche in Gebrauch. Daneben sind an der Küste auch Feuerwaffen schon verbreitet. Staatliche Bildungen gehen nur selten über den Umfang eines Dorfes hinaus. Jede Familie pflegt eine Hütte für sich zu bewohnen; die Junggesellen bewohnen gemeinsam eine größere Behausung, die gleichzeitig als Gemeindehaus benutzt wird. Als Nahrungsmittel dienen in erster Linie die Erzeugnisse des Pflanzenreiches, besonders das Mark der Sagopalme, Kokosnüsse und Brotfrüchte, Bananen, Taro, Bataten und Jams. Die Fleischnahrung beschränkt sich auf Hunde- und Schweinefleisch. Daneben werden reichlich Fische gegessen. Auch die Menschenfresserei kommt an vielen Stellen vor. Im allgemeinen stehen die Papuas auf tiefer Kulturstufe.
Produktion des Landes, Gewerbefleitz.
Der Ackerbau der Eingeborenen ist wenig umfangreich und beschränkt sich auf den Lebensmittelbedarf. Die von Europäern gemachten Anbauversuche erstrecken sich auf Kakospalmen, Kautschukpflanzen, Kakao, sind