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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel.
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Die afrikanischen Schutzgebiete.

lichen Standorten. Von den jüngeren Landolphien stehen einige an einer stark beschatteten Stelle des Gartens. Hier hatte man aber nicht ge­nügend für Entfernung der Unkräuter gesorgt, so daß die Landolphien teils erstickt wurden, teils in der Entwicklung zurückblieben. Somit läßt sich die Frage, innerhalb welcher Zeit die Landolphia-Stämme eine für die Anzapfung geeignete Dicke erreichen, noch nicht beantworten. Von der im Kamerungebirge, z. B. über Buea, wildwachsenden I^LnckoIpbia, vuxvsi wurden zahlreiche Pflanzen aus Samen gezogen. Bekanntlich heißt diese Liane in der Sprache der Bakwiris'manion^o" und wird von diesem Volksstamme zur Kautschukgewinnung benutzt. In den Wäl­dern des nördlichen Küstengebiets wurden drei im Garten noch nicht kultivierte, gute Kautschuk liefernde Landolphia-Arten angetroffen, welche an den Blättern deutlich zu unterscheiden sind und auch bei den Ein­geborenen verschiedene Namen führen. Die in den Garten gebrachten Stecklinge von jenen Pflanzen gingen leider ein.

Eine Hängebrücke über den Mongo. *)

Den Mongo überschreitet man bei Kombone vermittels einer sehr geschickt angelegten Hängebrücke. Ob diese Hängebrücken eigene Erfindung der Waltdlandstämme oder aber bloße Nachbildungen der im nördlichen Hinterlande im Graslande vorkommenden Brücken sind, ist schwer zu entscheiden: jedenfalls ist ihr Bau das Sinnreichste, was afrikanische Intelligenz und Technik hervorgebracht hat.

Brücken müssen nämlich dortzulande sehr hoch über dem Wasser­spiegel angelegt sein, weil die Flüsse in der Regenzeit nicht nur oft viele Meter über ihren niedrigsten Wasserstand steigen und, wenn auch nur stundenlang, zu gewaltigen Strömen anschwellen, sondern auch riesige Baumstämme mit sich führen, deren in die Luft starrende Wurzeln jeg­liches Hindernis, das sich ihnen in den Weg stellt, unwiderstehlich hinweg­fegen. Da die Eingeborenen die Grundlegung von starken granitenen Pfeilern, die allein solchen gewaltigen Anprall aushalten könnten, nicht verstehen, so haben sie die Aufgabe eines auch in der schlimmsten Regen­zeit auf beiden Ufern ungehindert offen zu erhaltenden Verkehrs auf eine ebenso erfinderische wie einfache Weise durch Anfertigung von Lianen- hüngebrückeu gelöst. Zur Befestigung dieser Brücken dienen je zwei auf den beiden Ufern sich gegenüberstehende Bäume. In der Höhe, in der man die Brücke über das Wasser führen will, sind die beiden Bäume des einen Ufers durch schenkelstarke, an hierzu geeigneten Ästen befestigte Querbalken miteinander verbunden. Diese Querbalken tragen ein von Ufer zu Ufer aus etwa 10 Lianen gedrehtes Seil von 10 Zentimeter Durchmesser, die eigentliche Brücke, die in dieser Gestalt wie das ge-

i) E. Zintgraff:Nord-Kamerun", S. 6 ff.