III. Kamerun.
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zu enthalten pflegt, so daß ein Bänmchen rund 600 bis höchstens 800 Bohnen im Mittel liefert. Die Bohnen sind in der Birne ähnlich angeordnet wie die Maiskörner im Maiskolben, aber eine jede Bohne ist an der Achse flach gestielt und umgeben von einem süßsäuerlichen Fruchtmark, um welches sich eine feste Schale schließt.
Das Pflücken der Frucht geschieht unter möglichster Schonung des Stengels der Birne, weil an diesen gern die neuen Blüten ansetzen. Sodann wird die Frucht aufgebrochen; die Bohnen werden mit zwei Fingern vorn Mark befreit und in eine saubere Holzkiste (ohne Eisenbeschlag) gesammelt. Darauf gelangen sie in das Gärungshaüs und werden irr Haufen, lose bedeckt mit Segeltuch, einer 60 stündigen Gärung unterworfen, bei welcher am ersten Tage eine Temperatur von 33" 6., am zweiten eine solche von 37—38° und am dritten von höchstens 42" innezuhalten ist — was durch Lüften des Tuches kontrolliert werden kann —, damit der Kakao nicht zu dunkel brennt. Während der Gärung geht die violette Naturfarbe des Innern der Bohne in die schokoladenbraune Färbung über. Nach vollendeter Gärung werden die Bohnen auf der Bimbiapflanzung mit Händen gewaschen und schließlich durch einen kalten Wasserstrahl von dem anhaftenden schleimigen Fruchtmark gereinigt. Auf der Bibundipflanzung werden die Bohnen auf der Tenne durch Austreten gesäubert. Darauf beginnt die Trocknung, bei sonnigem Wetter auf großen Tischen in der freien Luft, bei nassem durch künstliche Wärme in den Trockenräumen, die so eingerichtet sind, daß sie auch die großen Tische, welche auf Schienen laufend gebaut sind, aufnehmen können. Außerdem sind Mayfarthsche Darröfen vorhanden, in denen man bei 50—55" 6. den Rest der Feuchtigkeit entfernen kann. Über 70° 6. in denselben zu gehen, empfiehlt sich nicht, da alsdann der Kakao leicht einen brennerigen Geruch und Geschmack annimmt. Die beste und billigste Trockenmethode bleibt jedoch immer die Sonne, wenngleich auch die Mayfarthschen Darren gute und schnelle Arbeit liefern. Wenn die Bohne getrocknet ist, ist sie versandfähig für Europa.
Anbauversuche mit Kautschuk. *)
Xickxia elasiiea. Etwa 20 Bäume im Alter von 7—8 Jahren wurden, nach verschiedenen Methoden und mit ungleich großen Unterbrechungen angezapft. Nach den bisherigen Ergebnissen ist es unwahrscheinlich, daß in der Gegend von Viktoria 100 s trockenen Kautschuks als Durchschnittsernte eines Jahres bei 7- bis 8 jährigen Bäumen erreicht werden können. Doch muß betont werden, daß Kickxia in verschiedenen Gegenden ungleich ergiebig ist. Was die Anzapfungsmethode anbelangt,
i) Aus der amtlichen „Denkschrift über die Entwicklung der Schutzgebiete in Afrika und der Südsee 1906/7."
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