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Die afrikanischen Schutzgebiete.
der Trockenzeit. Die Nächte sind klar und sternhell oder durch Regengewölk völlig dunkel. Die Landbrisc nimmt an Intensität ab, die Regen kommen, im Gegensatz zur eigentlichen Tornadozeit, größtenteils von der See her aus westlicher Richtung. So vollzieht sich allmählich der Übergang in die eigentliche Regenzeit, die ihre Höhe wechselnd zwischen Juni und August erreicht. Die heftigen Gewitterentladungen hören allmählich völlig auf; nur selten begleiten einzelne ferne Donnerschläge das Grauen des beginnenden Tages. Selten wird auch der Anblick der Sonne. Dafür fällt unablässig aus dem trüben, gleichmäßig grauen Himmel der Regen herunter, bald anschwellend, bald nachlassend, nachts mit größerer Intensität als tagsüber. Ein gleichmäßig grauer Schleier verhüllt den Fluß fast ganz und läßt von dem gegenüberliegenden Mangrovennfer nicht selten tagelang nichts erkennen. Auch alle in der Nähe befindlichen Gegenstände, Bäume und Büsche sind in mattes, wässeriges Gran gehüllt. Auf dein Lateritplateau stehen, soweit das natürliche Gefälle nicht für Abfluß sorgt, Seen und Pfützen; die kleineren, fast völlig ausgetrockneten Wasserläufe schwellen zu reißenden Bächen an, und die zu dieser Zeit im Urwald oder Busch befindlichen Expeditionen sind gezwungen, in Zwischen- räumen von nicht selten wenigen Minuten Flußläufe bis zum Bauch oder Hals zu durchwaten, so daß eine Trocknung des Körpers vor dem Erreichen des Nachtquartiers ausgeschlossen ist.
Die Windbewegung ist geschwächt; trotzdem und trotz der zunehmenden Feuchtigkeit, welche alle Gegenstände mit Schimmel überzieht, empfindet der Körper die namentlich nächtlich niedere Temperatur und das Fehlen der intensiven Sonnenstrahlung sehr wohltätig, und das zeitweise Hervorkommen der Sonne, welche die oberflächlichen Bodenschichten austrocknet, ist nichts weniger als gern gesehen und meist von sich mehrenden Fieberkrankheiten gefolgt. Zwischen den dunklen geballten Wolken, welche, dem Boden fast auflagernd, den Fuß des Kamerunberges verhüllen, läßt nur selten ein für kurze Zeit matt aufleuchtender schwefelgelber Schein am Abendhimmel den Stand der untergehenden Sonne erraten.
Das Malaria-Fieber. *)
Das gewöhnliche Malariafieber spielt sich meistens in drei Stadien ab und ist in wenigen Tagen überwunden, nur noch eine kurze Zeit lang eine Schwäche in den Gliedern zurücklassend. Bei mir begann jedesmal das Fieber mit einem ziehenden Schmerz in den Fingerspitzen, in den Kniegelenken und im Kreuz. Als Nebenerscheinung stellte sich totale Appetitlosigkeit ein. Zwei Stunden nach den ersten Anzeichen begann das erste, das Froststadium. Mit klappernden Zähnen hüllte ich mich in mehrere wollene Decken und erwartete in Ergebung das zweite Stadium,
i) C. Morgen: „Durch Kamerun von Süd nach Nord", S. 338 sf.