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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel.
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III. Kamerun.

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Wo durch die Flüsse oder die Arbeit der Wellen Aufschlüsse ge­bildet worden sind, erkennt man deutlich die Schichtung mit dem wechseln­den Eisengehalt, welcher an manchen Stellen der Formation das für die Ostküste so charakteristische völlig rote Ansehen gibt.

Wo die Wässer zweier Flüsse aufeinandertreffen, oder wo die Flut an der Mündung dieselbe aufstaut, sehten die Sinkstoffe sich ab und bildeten den Grundstock für zahlreiche Barren, welche das Befahren der Flüsse, namentlich in der trockenen Zeit, unbequem und selbst gefährlich machen. Auf den Lateritablagerungen aber sorgt die schnell sich ein- findende niedere Vegetation für die Bildung der erforderlichen Humus­schicht und schafft damit die Bedingungen für immer weiter fortschreitende Entwicklung höherer Pflanzen. Die Vegetation ist im Hochland und Tiefland durchaus verschieden. So weit die ausgleichende Tätigkeit des Menschen nicht in Betracht kommt, charakterisiert dichter Urwald mit Baumriesen, welche bis 60 in Höhe erreichen, das Tiefland und die tiefer gelegenen Teile des Gebirges und des Hochlandes, Grassteppe das Hoch­land selbst und die höheren Teile des Gebirges. Im Gebirge vollzieht der Übergang sich je nach der Bodenbeschaffenheit in wechselnder Höhe, zwischen 2000 und 2500 in, schroff und ohne Übergang; im Hochplateau vermittelt, aus geschlossenen Waldbestünden und dazwischen gestreuten Grasflächen gemischt, die sogenannte Parklandschaft den Übergang zwi­schen beiden Vegetationstypen. Im Tiefland ist die Mangrove (UlnLO- pdoru munkle) mit den blanken, lederartig festen Blättern der Charakter­baum für die unter dem Einfluß von Ebbe und Flut abwechselnd unter Wasser gesetzten und wieder trocken gelegten Flußufer im Bereich der Brackwasserzone. Pandanus und Naphia bezeichnen den Übergang zur Uservegetntiou des reinen Süßwassers^ So weit die Seebrise reicht, treten an die trockneren Stellen dazu Kokospalmen, die Morgen noch 10 Tagemärsche von der Küste entfernt vorfand; sonst gehören der Woll- baum (Lrioäknäron unkruetuosum), Akazienarten, Gelb- und Notholz, die Ölpalmr (Musis), die namentlich im Nordwesten des Schutzgebietes, nach dem Nio del Rey hin, in ungeheuren Massen vorkommt und bis gegen 1200 ra am Rand des afrikanischen Plateaus hinansteigt (Zint- graff) und die Weinpalme (Rnpdiu vinikera) zu den Charakterbäumen der Kamerunküste. Auch Ebenholz ist im nordwestlichen Teil des Ge­birges nicht selten. Am oberen Sannaga kommt auch die Fächerpalme (L^pÜÄkne) vor; Tamarinden und Drakänen sind im ganzen Küsten­gebiet häufig.

Der Tornado und die Regenzeit. *)

Die ersten Tornados Pflegen vereinzelt schon früh aufzutreten. 1891 beobachtete ich den ersten am 2. Februar; häufiger und intensiver werden

Z Dr. Fr. Plehn:Kamerunküste", S. 24 ff.