III. Kamerun.
105
Völkern angehören. Im Norden scheinen die Bali die letzten hierher gehörigen Völkerschaften zu sein; im Osten sind die Jaunde noch dazu zu rechnen. Die Wüte im Nordosten sind anscheinend ein Mischvolk. Der meistgenannte Stamm dieser Bantuvölkerschaften sind die Duala, die rings um das Kamerun-Ästuar und am Unterlauf der dahin mündenden Flüsse ihren Wohnsitz haben und erst vor 200 Jahren von Norden her .eingewandert sind.
Alle Angehörigen der Banturasse sind durch vorstehende Backenknochen, aufgeworfene Lippen, Wollhaar und braune bis schwarze Hautfarbe gekennzeichnet. Sie bauen besonders Bananen, Planten, Yams und Kassada und wohnen in viereckigen Lehmhäusern mit Schilf- oder Palmdach. Größere staatliche Verbände fehlen im allgemeinen. Doch untersteht z. B. das gesamte Balivolk einem einzigen Oberhäuptling. Jeder Stamm hat seine eigene Sprache, die von den anderen bei aller Grundverwandtschaft bis zur völligen Unverständlichkeit verschieden ist. Ein eigentümliches Verständigungsmittel auf weite Entfernungen ist die auch in Togo verbreitete Trommelsprache.
Während die Bantustämme mit wenigen Ausnahmen (wie die Bali und Jaunde) aus Küste und Waldland beschränkt sind, haben sudanische Negervölker, das zweite Bevölkerungselement der Kolonie, die ganze nördliche Hochebene eingenommen. Schlank und sehnig gebaut, mit wohlgebildeten Gesichtszügen, sind sie seßhafte Ackerbauer. Sie bauen hauptsächlich Negerhirse, Knollengewächse, Erdnüsse, Baumwolle, Indigo, wohnen in Rundhütten, halten die den Bantu unbekannten Pferde und Buckelrinder, sind meist Mohammedaner und haben umfangreiche Staatsverbände. Die herrschende Klasse bilden überall die vor wenigen Jahren eingewanderten Fulbe, unter deren Führung mächtige Staatengebilde ins Leben getreten sind, wie z. B. Adamaua, dessen Sultan in Pola dem Großsultan der Haussastaaten in Sokoto tributär ist. Adamaua besteht seinerseits wieder aus einer Reihe kleiner Vasallenstaaten wie Ngaumdere, Tibati, Tikar, Banyo, Bubandjidda, Ngila usw. Als Ureinwohner sind die Pygmäenstämme zu betrachten, die auch in anderen Teilen des tropischen Afrika, so in Deutsch-Ostafrika am Kiwusee vorkommen, besonders zahlreich aber und rein erhalten im Sangavorsprung.
Die Produktion des Landes.
Die wichtigsten Bodenerzeugnisse sind Palmöl und Palmkerne (von der Olpalme), daneben Kopra (getrockneter Kokosnußkern), Kautschuk und mehrere Hölzer, neuerdings auch Baumwolle, Reis, Kolanüsse. Unter den tierischen Produkten ist nur das Elfenbein von Bedeutung. Sowohl die meisten Stämme der Bantu, wie auch besonders die Graslandvölker liegen eifrig dem Ackerbau ob. Rindviehzucht wird nur auf dem Hoch-