III. Kamerun.
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Zeit der größten Kühle zusammen. In den Übergangsmonaten sind Gewitter und Gewitterböen (Tornados) außerordentlich häufig. An der Küste zählt man jährlich 120 bis 150 Gewittertage. Diese Zahl nimmt aber nach dem Innern noch erheblich zu und beläuft sich z. B. in Baliburg auf 218. In Südkamerun kann man an der Küste wie auf dem Berglande des Innern zwei Regenzeiten und zwei Trockenzeiten unterscheiden. Im Osten gibt es nur eine Regen- und eine Trockenzeit. Letztere nimmt vorn vierten Grad nach dem Tschadsee hin an Länge zu und dauert hier 7—8, dort nur 4 Monate.
Das Küstenklima gilt für sehr ungesund. Besonders fordert das Malariafieber (in seiner schlimmsten Form Schwarzwasserfieber genannt) viele Opfer und selten hält es ein Europäer länger als drei Jahre im Lande aus. Die Hochländer im Innern sind der Gesundheit der Weißen dagegen zuträglicher. In Buea, am Südabhange des Kamerunberges (900 m über dem Meere), ist eine Erholungsstation für Beamte und auf der Landzunge Suellaba in frischer Seeluft ein Sanatorium für Nekon- valeszenten angelegt worden. Gesundheitlich am schlechtesten steht es mit dem Südosten, wo die Tropenkrankheiten in besonders schwerer Form auftreten, so daß im unteren Sangagebiet Europäer kaum sich dauernd aufhalten können; „sogar ein nur vorübergehender Aufenthalt von wenigen Monaten wird als geradezu mörderisch bezeichnet". Dazu kommt, daß hier und am Ubangi der Herd der Schlafkrankheit ist, die ihren verheerenden Zug von hier aus durch das ganze tropische Afrika angetreten hat. Eine Bekämpfung wie in Ostafrika ist hier sehr schwierig, da ihre Verbreiterin, die OloLsina palxalis, am Sanga und Ubangi und ihren Zuflüssen die günstigsten Lebensbedingungen findet. Neben dieser Krankheit, die auch Europäer nicht verschont, herrschen unter den Eingeborenen Kameruns noch Lepra und Pocken.
Pflanzen- und Tierwelt.
Der Mangrovegürtel der Küste, besonders auch der beiden Ästuarien, ist bereits erwähnt worden. Für die Küstenniederung sind ferner die Kokospalme und die Bambuspalme (Mpdia viniksru) charakteristisch. Die Olpalme ist besonders an den Flußläufen häufig und bildet hier und da förmliche Waldungen. Weiter im Innern trifft man auch auf Fächer- und Phönixpalmen. Der Urwald zeigt eine verwirrende Fülle von Pflanzenarten, darunter die riesigen Wollbäume, Brotfruchtbäume, Pandanus, Rot- und Ebenholzbäume, wilde Kaffeebäume, viele Arten von Kautschuklianen und andere Schlingpflanzen.
Auf der Höhe des inneren Berglandes geht der Urwald allmählich in eine Parklandschaft über, an welche sich weite Grasfluren, das charak-