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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel.
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Die afrikanischen Schutzgebiete.

Norden erreicht das Schutzgebiet das umfangreiche Becken des Tschad, an dessen Küste es mit 'einem kleinen Streifen teilnimmt.

Klima. Gesundheitsverhältnisse.

Die klimatischen Verhältnisse lassen einen deutlichen Gegensatz zwischen der Küste und dem inneren Hochlande einerseits und dem Süden und Norden des Schutzgebietes andererseits erkennen. An der Küste und im Sangagebiet ist das Klima gleichmäßig seuchtwarm. Der Temperaturunterschied zwischen dem wärmsten Monat (Februar: ca. 27" 0) und dem kältesten (Juli: ca. 24" 0) beträgt nur 3". Das innere Hochland zeigt dagegen bedeutend niedrigere Temperaturen und starke Gegensätze zwischen warmer und kalter Jahreszeit sowohl, wie zwischen Tag- und Nachttemperatur. Baliburg (1340 na) hat z. B. nur ein Jahresmittel von 18" auszuweisen. Ein Abfall von 32" am Tage auf 7" in der Nacht ist dort nichts Seltenes, während an der Küste die Tagesschwankungen 5 bis 6° nicht zu überschreiten Pflegen. Auch die höheren Regionen des Kamerungebirges zeigen eine Mäßigung gegen­über den hohen Temperaturen der Küstenniedernng.

Am Tage wird die Hitze durch eine von West oder Südwest wehende Seebrise etwas gemildert. Um Mitternacht tritt eine schwache östliche Landbrise,an ihre Stelle, die bis in den Vormittag hinein anhält. Die heißere .Zeit zeigt im allgemeinen auch eine stärkere Luftbewegung. Im Nordosten weht zeitweise der auch in Togo bekannte Harmatan, ein heftiger Nordwind, der hier oft wochenlang andauert. Er kommt mit großer Kraft über die ausgetrocknete Steppe und führt den gefürchteten und alles durchdringenden Sand der Sahara mit sich. Wochenlang ist dann die Sonne verhüllt, so daß in der Zeit dieser Stürme die Tages­temperaturen nicht über 25° hinausgehen." (Ritter.)

Der Regenfall ist sehr beträchtlich, an der Küste und im Sanga­gebiet stärker als im Binnenlande. Am Kamerunästuar fallen jährlich 4000 nun Regen, an der Munimündung nur 2456,8 mm. In Bali­burg hat man eine durchschnittliche Regenhöhe von 2750 nana, in Jaunde nur noch eine solche von 1531 nana, in Kusseri südlich vom Tschadsee nur noch 468,6 nana gemessen, während Deutschland einen Jahresdurch­schnitt chon 700 nana besitzt.

Der Gegensatz zwischen einer Regenzeit und einer Trockenzeit ist im ganzen wenig ausgeprägt, da selten ein Monat ganz ohne Niederschlüge bleibt. Man kann höchstens von einer regenreichen und einer weniger regenreichen Jahreszeit sprechen. Im Sangavorsprung ist der Regen­fall gleichmäßig auf das ganze Jahr verteilt. Im Kamerunästuar zeigen die Monate November bis Februar die schwächsten, Juni bis September die stärksten Niederschlüge. Die Zeit des stärksten Regens fällt mit der