68
Die afrikanischen Schutzgebiete.
Orte sind 1. an der Küste: Swakopmnnd nnd Lüderitzbncht; 2. im Gebiet der Otavibahn: Omaruru, Otavi, Tsumeb, Krootfontein, Outjo, Waterberg; 3. im Gebiet der Zentralbahn: Karibib, Okahandja, Otjoson- jati, Seeis, Gobabis, Epukiro; 4. im Gebiet der Südbahn: Aus, Kubub, Bethanien, Seeheim, Keetmanshopp, Kalkfontein, Warmbad; 5. zwischen Süd-und Zentralbahn: Gibeon, Maltahöhe, Mariental, Rehoboth.
Seit 1907 ist die allgemeine Schulpflicht für die Kinder der weißen Bevölkerung an Orten mit Negierungsschnlen eingeführt. Seitdem sind 16 Elementarschulen mit 548 Schülern nnd in Windhuk, Swakopmnnd, Lüderitzbucht je eine Realschule entstanden. In Windhuk unterhalt die katholische Mission noch eine höhere Mädchenschule.
Die Missionstätigkeit liegt hauptsächlich in den Händen der Rheinischen Missionsgesellschaft in Barmen. Im Ambolande wirkt die Finnische Missionsgesellschaft von Helsingfors segensreich. Seit 1896 haben auch zwei katholische Missionsgesellschaften Stationen in Deutsch-Südwestafrika gegründet.
d) Aus den Berichten der Reisenden und Forscher Der Sturm aus die Naukluft.
Die Stunde der Entscheidung naht. Um 1^4 Uhr nachts tritt die 3. Kompagnie im Hauptlager an. Waffenklirren — unterdrücktes Sprechen — die Glieder ordnen sich; da kommt der Major. Ein Hände- druck noch, ein ernstes „Auf Wiedersehen!" und fort geht es in die Nacht hinaus. Ein schwerer Marsch in der Dunkelheit; lautlos eilt die Kolonne vorwärts, der Spitze nach, die Lampe, der sich uns anschließen durfte, führt. Ab und zu hört man einen dumpfen Fall und leisen Fluch, wenn wieder einer der Leute über einen Stein oder Baumstamm gefallen ist. Die Nacht ist stockdunkel, der Boden mit Felstrümmern und spitzen Steinen bedeckt. Endlich, um 5 Uhr morgens, sind wir an der Felsschlucht, und der Aufstieg beginnt. Mit umgehängtem Gewehr wird geklettert. Oft sind die Abstürze so hoch und steil, daß einer auf des anderen Schulter steigen muß, um den nächsten Absatz zu erreichen; der letzte wird dann an Gewehrriemen heraufgezogen.
Die Feder vermag diesen Aufstieg nicht zu schildern, so unbeschreiblich und furchtbar waren die Anstrengungen, welche die Kolonne hier zu überwinden hatte. Oft, wenn die Spitze sich verstiegen hat und eine himmelhohe Felswand das weitere Vordringen hindert, muß umgekehrt und ein anderer Weg gesucht werden. Nach vierstündigem, atemlosen Steigen ist die Höhe erreicht. Todmüde, mit zerrissenen Kleidern und
Z Im Kriege mit Witboi. — K. Schwabe: „Mit Schwert und Pflug in Deutsch-Südwestafrika", S. 206.