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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel.
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II. Deutsch-Südwestafrika.

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im Freieit arbeiten, nur muß er Kopf und Nacken gegen die Sonnen­strahlen schützen.

Pflanzen- nnd Tierwelt.

Die Küste, deren Boden nur durch, die Nebel geringe Fenchtigkeits- mcngen zugeführt erhalt, hat nur eine spärliche und kümmerliche Pflanzen­decke, die schon in ihrem Äußern das Bestreben ausgeprägt hat, sich möglichst gegen Wasserverlust zu schützen, so die sonderbare IVelnitLedig. inirabilis u. a. Die einzige Nahrungspflanze ist der Narastrauch.

Die Namibwüste nährt besonders Euphorbien- und Aloearten und einige Zwergbäume.

Im Binnenlands unterscheidet man die schnell aufsprießende und wieder verschwindende Negenvegetation von der ständigen, aber nur sehr spärlich anzutreffenden Grundwasservegetation. Die Hochebenen des Nama- und des Damaralandes sind meist Gras- oder Strauchsteppen. Diese Sträucher sind meist verkrüppelte Akazienarten, das Gras silbergran, in einzelnen Büscheln sprießend, überall dem Felsboden Durchlaß ge­während. Nach Norden zu wird die Vegetation reicher und nähert sich immer mehr dem tropischen Charakter. Im Ambolande finden sich neben dem waldbildenden Omutati die Damarafeige (kleus äanmrsnLis), der Affenbrotbaum und einzelne Palmenarten.

In den Grnndwasser führenden Flußtälern trifft man auf Akazien­arten, Tamarisken, Ebenholzbäume u. a. Doch bilden fie höchstens soge­nannte Galeriewälder.

Das Schutzgebiet ist außerordentlich wildreich. Zwar sind die größeren Säuger, Elefant, Nashorn, Flußpferd, Büffel, Giraffe, Löwe, nur noch im Norden zu finden, auch der Leopard ist schon seltener ge­worden: dagegen sind die kleineren Raubtiere (Hyäne, Schakal, wilder Hund, Wüstenluchs) noch überall ziemlich häufig. Am weitesten verbreitet sind die Antilopen, deren das Schutzgebiet zahlreiche Arten ausweist. In den Bergen Hausen der Pavian, der Klippschiefer, das Larven- schwein und eine Stachelschweinart. Springhasen und Kaphasen sind in großen Mengen verbreitet. Ebenso reich ist die Vogelwelt vertreten, unter deren Repräsentanten besonders der Strauß hervor­ragt. Im Kunene und Okavango lebt das Krokodil. Schlangen nnd Schild­kröten sind häufig, unter den ersteren die Puffotter und die Cobraschlange gefürchtet. Skorpione und Taranteln bedrohen nicht selten den unacht­samen Wanderer. Auch die Termite findet sich häufig, aber die Tsetse­fliege ist heute verschwunden.

Bevölkerung.

Das Land ist schwach bevölkert. Gezählt wurden am 1. Januar 1911 82 000 farbige Bewohner; dazu kommen noch etwa 60 000 Ambo-