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Teil 5 (1915) Die deutschen Kolonisten im brasilianischen Staate Espirito Santo / von Ernst Wagemann
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Dr. Ernst Wagemann.

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Wem: nur 600 Milreis jährlich zur Verfügung stehen, dann der- teilen sich die Ausgaben etwa wie folgt: ^

Kleidung.200 Milreis ,

Lebensmittel. 300

Werkzeuge, Luxusartikel usw. . . . 100 _ ^

600 Milreis ^

Dazu kommen die in Geld nicht zu bestimmenden Erzeugnisse der ^

Eigenwirtschaft. ^

Über die Einnahmen der evangelischen Pfarrer sei hier beiläufig Folgendes erwähnt: ^

Außer den Akzidentien, die dem Pfarrer zufließen, erhält er aus der ii Gemeindekasse in Santa Leopoldina, Jequitiba, Kalifornien ein Gehalt von 2500 Milreis, in Campinho ein solches von 3000 Milreis. Dazu ^ bekommt er vom Oberkirchenrat einen Zuschuß, der so bemessen ist, daß ! sich im ganzen ein Gehalt von 5000 Mark ergibt. Hinzuzurechnen ist >! nun noch, daß ihm von der Gemeinde Haus und Hof frei zur Ver- z fügung gestellt werden, und daß ihm von den Kolonisten der Mais für d seine Reittiere geliefert wird. Ij

In Santa Joanna beläust sich das Pfarrergehalt auf 2000 Milreis. ^ Diese Einnahme erhöht sich nur noch um die Gebühren, die der Pfarrer für seine Amtshandlungen erhebt. Da die Gemeinde dem Oberkirchen- ^ rat nicht angeschlossen ist, tritt kein weiterer Zuschuß hinzu.

Dasselbe gilt von Santa Maria. Die Einnahmen aus einer Reihe von Filialgemeinden sind aber hier noch mitzuzählen.

2. Die Wohnung. !

Im Gegensatz zu den kümmerlichen und schmutzigen Behausungen Ü der brasilianischen Landbevölkerung machen die Wohnungen der deut­schen Kolonisten, die ihre alten Wohnsitten zumeist in die neue Heimat verpflanzt haben, den freundlichsten und saubersten Eindruck. Den Deut- ^ schen in dieser Beziehung überlegen sind höchstens einzelne Schweizer. ' Der Italiener dagegen legt auf das Äußere und Innere der Wohnung viel weniger Wert.

Wenn man sich einem deutschen Kolonistenhofe nähert, so be- ^ grüßt einen ein liebliches, höchst malerisches Idyll. Ein blendend Weißes Häuschen mit blauen Türen und Fensterverkleidungen und mit l blitzenden Scheiben, meist von einer kleinen Veranda umgeben, hebt