Die deutschen Kolonisten im brasilianischen Staate Espirito Santo. 89
Der ganze Kaffeehandel des nördlichen Staatsgebiets ist in der Hand dieser Firmen konzentriert, so daß sie also auch die ganze Kaffeeausfuhr der deutschen Kolonisten beherrschen. Zugleich befassen sie sich mit allen Zweigen des Importgeschäfts. Sie stehen teilweise in unmittelbarer Verbindung mit einigen der größeren Vendisten des Inlandes, zumeist bedienen sie sich aber Wohl der Vermittlung der Kaufleute in Porto do Cachoeiro. Diese sind also die Händler zweiter Hand, jedoch nicht ohne Ausnahme, denn vielfach importieren sie auch direkt aus dem Ausland. Einige von ihnen arbeiten mit mehreren 100000 Milreis Kapital. Zumeist sind sie deutscher Abstammung. Ihr Betrieb ist ein Mittelding zwischen einer Vende und einem Handelshause erster Hand. Denn sie Pflegen auch sehr stark das Detailgeschäft und unterhalten Maultiertruppen für den Transport ins Innere.
Dem Frachtverkehr mit Victoria dient ausschließlich der Fluß Santa Maria, denn die Bahn, die ja nur die Hälfte des Weges durchnäßt, kommt nicht in Betracht. Der Transport eines Sackes von 60 von Porto do Cachoeiro nach Victoria verursacht etwa folgende Kosten:
Frachtsatz .... 800 Reis
Steuer. 100 „
Kleine Spesen... 100 „
100« Reis
Der Frachtsatz von 800 Reis für 60 bedeutet 13Vz Milreis für die Tonne. Da nun die Entfernung, für die er gilt, etwa 30 Ion beträgt, so haben wir für 1 Tonnenkilometer den Satz von 444 Reis, also von etwas mehr als 1/2 Mark.
8. Der Kaffeehandel.
Bon Victoria geht der Kaffee nicht etwa über Rio de Janeiro, sondern unmittelbar ins Ausland. Von den 469 000 Sack Kaffee, die im Jahre 1912 in Victoria verschifft wurden, waren
301725 Sack für Neuorleans,
102 589 ^176 8 500 5150 35 659
Neuhork,
Hamburg,
Trieft,
Antwerpen,
Rio de Janeiro
bestimmt.