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Or. Ernst Wagemann.
Eisenbahnfracht in Frankreich 1831 12,8, 1865 4,8, 1877 4,7 Pfennige; "für Deutschland setzt Engel 1844 15, 1860 7,3, Cohn 1872 5,9,
1887 4,9 Pfennige als Durchschnitt an; für die Gegenwart (1898—t900) wird man 3,6—2,4 Pfennige als Durchschnitt in Westeuropa, 2,2—1,2 für Massengüter, große Entfernungen und Ausnahmetarise annehmen können."
Der ortsübliche Frachtsatz für die Strecke Figueira — Porto do Cachoeiro ist 1 Milreis pro Arroba (62/z Milreis pro Doppelzentner)^.
Bei voller Ausnutzung der Truppe würde sich hiernach eine Roh- einnahme von 240 mal 6, d. h. von 1440 Milreis pro Monat ergeben. Doch wird dieser Erlös fast nie erreicht, weil die Rückfracht geringer zu sein pflegt. Man kann also sagen, und das ist ein Erfahrungssatz unter den Vendisten in Espirito Santo: an der Truppe wird so gut wie nichts verdient. Nur, wenn der Maultiertransport ein selbständiges Gewerbe bildet, wenn also der Führer selbst dabei der Unternehmer ist, was vielfach der Fall — besonders die Mineiros widmen sich diesem Erwerbszweige —, sind die Unkosten geringer, so daß sich ein größerer Reingewinn ergibt.
7. Die Handelshäuser in Victoria und Porto do Cachoeiro.
In direkter Verbindung mit dem Auslande stehen die Vendisten, wenn überhaupt, so doch nur in beschränktem Maße. Sie beziehen ihre Waren im allgemeinen aus zweiter oder dritter Hand, sowie sie auch den Kafseeexport nicht unmittelbar aus den Weltmarkt leiten.
Victoria und Porto do Cachoeiro sind die beiden Zugänge, durch ^
die das deutsche Siedlungsgebiet mit dem Weltmarkt in Verbindung i
steht. t
In Victoria existieren die folgenden größeren Handelshäuser: s
Name
Nationalität
Kaffeeausfuhr von 1912 in Sack zu 60 üZ
Companhia Commercial .
Belgisch-deutsch
117 726
Hard Rand L Co.
Amerikanisch
116 925
Arbuckle L Co.
20 500
Cruz Duarte L Co. . . .
Portuq.-brasilianis ch
152 189
A. Prado <L Co.
Brasilianisch
28 060
Cooperativas.
Jetzt bankrott
33 459
468 859
6 Der Frachtpreis für den Transport einer Eselslast (8 Arrobas) von Santa Teresa nach Porto do Cachoeiro (20 kni) beträgt 4—6 Milreis; die Rückfracht ist billiger. Man rechnet oft per Tag und Esel 3 Milreis, wenigstens bei kürzeren Reisen.