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Teil 5 (1915) Die deutschen Kolonisten im brasilianischen Staate Espirito Santo / von Ernst Wagemann
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Dr. Ernst Wagemann.

Im Tieflande ist die Geldwirtschaft teilweise ein wenig weiter vor­geschritten als im Hochlande.

2. Landkauf und Landpreise.

Daß ein Kolonist Land zu verkaufen hat und dann auch einen Käufer findet, ist natürlich ziemlich selten der Fall, am häufigsten noch in Zeiten hoher Kaffeepreise. Beweggrund des Handels ist Wohl meist auf feiten der Verkäufer Todesfall; Käufer ist vielfach der wohlhabende Bauer, der einen erwachsenen Sohn mit einer fertigen Kolonie aus­statten will.

Die Verkaufsbedingungen Pflegen die folgenden zu sein:

1. Das Haus wird mit 400600 Milreis berechnet.

2. Der Kaffeeberg wird je nach dem Marktpreis des Kaffees be­zahlt.

3. Für 1 Quadra (100 X 100 Quadratklafter ^ 220 X220 stm

4,84 ba) Waldschlag werden '250300 Milreis vergütet. Alter Waldschlag, d. h. alte Weide, altes Maisland wird natür­lich geringer bewertet.

4. Ferner kommt in Betracht, -wieviel Urwald und wieviel Vieh vorhanden ist.

Man kann annehmen, daß eine normale Kolonie von 25 bs. mit voller Einrichtung (Haus, Mascholle usw.) im Tieflande etwa 2500 Mil­reis, im Hochlande mindestens 3000 Milreis Wert ist.

Zur Illustration gebe ich einige mir bekannt gewordene Land­verkäufe in der Gemeinde Santa Joanna, also im Tieflande, wieder:

Jahr

Größe der Kolonie

ba,

Jährliche Kaffeeernte in Arrobas

Preis

Milreis

Besonderheiten

1911

50

300

5 000

1912

50

30

5 600

Guter Urwald, gute Weide, Reis- und Zuckerrohranbau.

1912

100

250

16 000

Mit 40 Stück Rindvieh und 40 Schweinen.

1912

100

gering

4400

Mit ungenügenden Gebäu­den, aber sehr gutem Wald.

1913

50

70

3 800