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Dr. Ernst Wagemann.
Im Tieflande ist die Geldwirtschaft teilweise ein wenig weiter vorgeschritten als im Hochlande.
2. Landkauf und Landpreise.
Daß ein Kolonist Land zu verkaufen hat und dann auch einen Käufer findet, ist natürlich ziemlich selten der Fall, am häufigsten noch in Zeiten hoher Kaffeepreise. Beweggrund des Handels ist Wohl meist auf feiten der Verkäufer Todesfall; Käufer ist vielfach der wohlhabende Bauer, der einen erwachsenen Sohn mit einer fertigen Kolonie ausstatten will.
Die Verkaufsbedingungen Pflegen die folgenden zu sein:
1. Das Haus wird mit 400—600 Milreis berechnet.
2. Der Kaffeeberg wird je nach dem Marktpreis des Kaffees bezahlt.
3. Für 1 Quadra (100 X 100 Quadratklafter ^ 220 X220 stm
4,84 ba) Waldschlag werden '250—300 Milreis vergütet. Alter Waldschlag, d. h. alte Weide, altes Maisland wird natürlich geringer bewertet.
4. Ferner kommt in Betracht, -wieviel Urwald und wieviel Vieh vorhanden ist.
Man kann annehmen, daß eine normale Kolonie von 25 bs. mit voller Einrichtung (Haus, Mascholle usw.) im Tieflande etwa 2500 Milreis, im Hochlande mindestens 3000 Milreis Wert ist.
Zur Illustration gebe ich einige mir bekannt gewordene Landverkäufe in der Gemeinde Santa Joanna, also im Tieflande, wieder:
Jahr
Größe der Kolonie
ba,
Jährliche Kaffeeernte in Arrobas
Preis
Milreis
Besonderheiten
1911
50
300
5 000
1912
50
30
5 600
Guter Urwald, gute Weide, Reis- und Zuckerrohranbau.
1912
100
250
16 000
Mit 40 Stück Rindvieh und 40 Schweinen.
1912
100
gering
4400
Mit ungenügenden Gebäuden, aber sehr gutem Wald.
1913
50
70
3 800
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