Die deutschen Kolonisten im brasilianischen Staate Espirito Santo. 09
7 800
Stück Rindvieh,
3 200
„ Pferde,
6100
„ Esel und Maultiere,
950
„ Schafe,
20 500
„ Schweine,
38 550 Stück.
9. Der Hausbau.
Auch der Hausbau ist eiu Zweig der Kolonistenwirtschaft: denn jeder Kolonist errichtet selber alle Baulichkeiten, die sein Gehöft erfordert. Teilweise nimmt er dabei allerdings die Hilfe der Nachbarn in Anspruch (s. Mitarbeit, Kapitel V, 4).
Sehen wir zu, wie ein Wohnhaus zustande kommt! Vor allem braucht man Kernhölzer, d. h. Bäume, die einen harten, gegen Fäulnis und Insekten widerstandsfähigen Kern haben. Dazu gehören: Jaca- randa, Garaüna, Jps, die sich im Hochlande finden; im Tieflande hat man dafür den gelben Guarabü, ferner: Peroba, Sapucaia usw. Man verwendet natürlich zunächst das Holz, das beim Waldbrand übriggeblieben ist. Meist reicht das aber nicht aus, und man ist genötigt, den weiteren Bedarf aus dem Walde zu holen.
Die Bäume werden gleich auf dem Fleck selbst, wohin sie beim Waldschlag fielen, vierkantig hergerichtet. Auf die Baustelle werden sie vom Kolonisten selber mit Hilfe der Nachbarn, aber ohne Verwendung von Tieren, teils getragen, teils geschleppt, wobei durch Schlagen mürbe und biegsam gemachte Palmitenschäfte oder Lianen oder Streifen von Baumrinde als Stricke verwendet werden. Dieser Transport stellt bei dem oft sehr schwierigen Gelände eine harte und fast gefährliche Arbeit dar, durch die sich schon mancher einen Brustoder Kreuzschaden zugezogen hat.
Aus leichteren Hölzern werden ferner, ebenfalls gleich im Walde, die zum Bau nötigen Bretter und Schindeln geschnitten. Als Bretterholz dient im Hochland vor allem die brasilianische Zeder, im Tiefland hauptsächlich der Jequitibü, als Schindelholz Garaüna, Peroba usw. Die Schindeln werden wie folgt hergestellt: 20—25 Zoll lange Klötze werden abgesägt und dann mit dem Schindelmesser so gespalten, daß sie 8 Zoll breit und r/z Zoll dick werden. Unebenmäßigkeiten beseitigt man mit dem Beil oder dem Buschmesser. Dann versieht man