Die deutschen Kolonisten im brasilianischen Staate Espirito Santo. 07
Rizinusbaumes), Pfirsich, ^meixa (brasilianische Pflaume), Maulbeere, Wassermelone, Ooiaba (indianische Birne), Mangofrucht Olan§a), besonders im Tieflande, Kokosnüsse (nur im Tiefland).
8. Die Viehzucht.
Rindvieh. Im Hochlande mag der einzelne Kolonist durchschnittlich 10 Stück Rindvieh besitzen; auf manchen Höfen befinden sich zwar nur 2—3 Stück, auf anderen aber 20—30. Ausnahmsweise kommt auch ein noch größerer Bestand vor. Im allgemeinen hat sich die Rindviehzucht in den Bergen nur schlecht entwickeln können. Das Jungvieh geht dort leicht ein. Allgemeine Plage ist eine Dasselfliegen- art, deren Larve sich durch die Haut frißt, das Fell wertlos macht und die Tiere sehr angreift.
Im Tiefland dagegen, wo die Weiden besser sind, und wo man über größere Ebenen verfügt, gedeiht das Vieh vorzüglich. Fast ausnahmslos ergibt sich dort jährlicher Nachwuchs, die Kühe kalben vielfach alle 11 Monate, und das Vieh wächst rascher und wird schwerer als im Hochlande. Die Viehzucht wird daher in größerem Umfange betrieben. Häufig beläuft sich der Bestand auf 40—60 Stück. Auch Bestände von 100—200 Stück kommen vor, aber sie sind selten, weil die Absatzmöglichkeit nicht ausreicht.
Milch wird im Hochland wie im Tiefland fast nur für den Hausbedarf produziert. Eine gute Kuh liefert etwa 6 I, nur ausnahmsweise viel mehr. Die Milch wird teilweise unmittelbar, insbesondere als Butter und Käse genossen, teilweise — als Dickmilch — an die Schweine verfüttert. Einzelne Kolonisten verkaufen die Milchprodukte an die Bendisten. Neuerdings hat man Butter sogar nach Victoria geschickt. Das ist aber nur in geringem Maße der Fall gewesen. Ja, für gewöhnlich werden Butter und Käse aus Minas Geraes importiert. Als Zugtiere werden Rinder wenig, und zwar nur im Tieflaude, verwendet. Zum Schlachten dienen Stiere, seltener Kühe.
Eine gute Milchkuh kostet im Hochland 100—150 Milreis; im Tiefland ist sie pro Gewichtseinheit billiger, aber erzielt oft infolge höheren Gesamtgewichts 200 Milreis. Eine Kuh ohne Milch kostet in Campinho 70—80 Milreis. Für Fleisch werden pro Arroba (15 stßh 7 Milreis im Hoch- wie im Tiefland gezahlt. Im Tiefland kostet eine Arroba Lebendgewicht 5 Milreis. Für 1 Butter berechnen die
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