Die deutschen Kolonisten im brasilianischen Staate Espirito Santo. gg
Soweit der Mais als Viehfutter Verwendung findet, sind nur die Körner vom Kolben zu lösen. Häufig geschieht das einfach mit der Hand. Manche Kolonisten haben sich aber neuerdings einen kleinen mit der Hand zu drehenden Apparat, einen Maisschäler, angeschafft, der diese Arbeit sehr vereinfacht. Der Mais wird dem Vieh in rohem Zustande verabreicht — wie bei uns der Hafer, den er in Espirito Santo ersetzen muß. Wie Kaerger meint, würde er gekocht besser nähren. Auch das Maisstroh dient gelegentlich als Viehfutter. Fein zerpflückt verwendet man es als Füllsel für die Betten.
Um den Mais für die Brotbereitung zu vermahlen, findet sich auf jeder Kolonie eine Maismühle, die mit Wasserkraft getrieben wird: Das Wasser wird durch eine sich verjüngende Rinne gegen eine Turbine geleitet, die einen aufrecht stehenden Wellbaum treibt. Der Well- baum führt durch einen festliegenden Mahlstein, an dem sich der zweite Mahlstein reibt, welcher an dem oberen Ende des Wellbaumes befestigt ist und sich verstellen läßt. Der obere Mahlstein ist durchlöchert, damit ein Trichter die Körner zuführen kann, die aus einem darüber befindlichen Behälter kommen.
Kürbis wird immer zusammen mit Mais gepflanzt. Erst nach der Maisernte wird der Kürbis geerntet, und zwar den ganzen Winter hindurch bei trockener Witterung, je nach Bedarf. Auch der Kürbis findet vorwiegend als Viehfutter Verwendung.
6. Die Knollengewächse.
Manniok. Man unterscheidet den süßen und den giftigen, bitteren Manniok (^Ipim und iUanckiooa brava). In Espirito Santo werden beide Arten angebaut.
Auf die Kulturen wird wenig Sorgfalt verwendet. Der Boden wird weder durch Pflügen, noch durch Hacken und Eggen vorbereitet. Gepflanzt wird im Tieflande in der Weise, daß man — möglichst aus scharf gebranntem Boden — in Abständen von 80 om bis 1 m zur! Aufnahme der 10—15 ern langen Stecklinge (die mehrere Augen haben müssen) Löcher hackt; im Hochlande wird durchweg enger gepflanzt. Pflanzzeit ist die zweite Hälfte des Winters.
Im Tieflande besteht die Pflege nur in wiederholter Vertilgung des Unkrauts durch die Hacke; man hört damit auf, wenn die Pflanze