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Teil 5 (1915) Die deutschen Kolonisten im brasilianischen Staate Espirito Santo / von Ernst Wagemann
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Dr. Ernst Wagemann.

Nomadentum den Ausgangspunkt der Wirtschaft bilden, was bei den Kolonisten eben nicht der Fall gewesen ist.

Natürlich wird die Einzelsiedlung dadurch sehr begünstigt, daß das Gelände hügelig ist. Doch haben sich auch in den deutschen Ge- meindegebieten des Tieflands keine Ortschaften gebildet. Der künstlich geschaffene Stadtplatz Affonsv Penna kann nicht dazu gezählt werden, zumal hier nur ein paar deutsche Familien leben, nachdem mehrere wieder fortgezogen sind. Dagegen finden sich in dieser Gegend eine ganze Reihe nichtdeutscher Ortschaften.

Ich nenne nur Patrimonio de SZo Francisco mit 3 Vendisten und 6 Landwirten und Figueira mit 170200 meist italienischen Ein­wohnern, und zwar 1012 Vendisten, 2 Bäckern, 1 Schneider, 1 Schmied, 1 Arzt, 1 Apotheke und 1 Kaffeeaufbereitungswerk.

Drittes Kapitel.

Zahl und Zunahme der Kolonistenbevölkerung.

1. Die Zahl der deutschen Kolonisten.

Eine allgemeine statistische Erhebung über die Zahl der Deutschen in Espirito Santo hat bisher noch nicht stattgefunden. Nur in ein­zelnen Gemeinden ist gelegentlich die Kopfzahl festgestellt worden; in Santa Maria wurden im Jahre 1913 gezählt: 703 Konfirmierte und 650 Nichtkonfirmierte, zusammen 1353 Personen, die sich auf 221 Fa­milien verteilten. Auf die Familie kamen also 6,01 Köpfe. (Diese Zahlung bezieht sich übrigens nicht auch auf die Filialgemeinden.)

Für die übrigen Gemeinden besitzen wir für 1913 nur die genaue Zahl der Mitglieder und damit der Familienoberhäupter, also auch der Familien. Wir werden aber nicht sehr weit fehl gehen, wenn wir diese Zahl mit sechs multipliziert als die gesamte Kopfzahl der Gemeinden ansehen. Nur bei den neueren Gemeinden, zu denen noch viele junge Ehepaare gehören, dürfte es angezeigt sein, eine geringere Zahl der Familienmitglieder anzunehmen; hier dürfte daher die Multiplikation mit fünf genügen. In diesem Fall befinden sich Santa Joanna und die Filialgemeinden Santa Cruz und Vintecinco; dafür mag aber die Zahlenstärke der Familien bei dieser oder jener der älteren Haupt- gemeinden auch größer sein.