42
vr. Ernst Wagemann.
Hauptstadt her mit der Bahn erreichen, die freilich nur an seine Peripherie heranführt. Der Schnellzug braucht bis zur Station Germania 12/4 Stunden, der Personenzug etwas über 2 Stunden.
Santa Leopoldina ist mit Victoria durch den bis Porto do Cachoeiro schiffbaren Santa Maria verbunden. Die Bootfahrt dauert stromabwärts 12 Stunden. Für den Personenverkehr kommt hier noch die Eisenbahn in Betracht, die allerdings nicht ganz nach Porto do Cachoeiro führt, aber den Santa Maria unterhalb des Städtchens schneidet. Unter Benutzung des Reittiers und der Bahn ist der ganze Weg in 5 Stunden zurückzulegen.
Eisenbahnverbindung kommt im übrigen höchstens für die Siedlungen am unteren Guandü in Betracht. Alle anderen Teile ves deutschen Kolonisationsgebiets sind nur mit dem Reittier zu erreichen.
9. Ortschaften und Einzelsiedlungen.
Bei weitem der größte Teil der Deutschen .von Espirito Santo wohnt über das Land hin verstreut in lauter Einzelsiedlungen; nur einige Hunderte wohnen in Ortschaften konzentriert, so daß es deren im ganzen Gebiet der deutschen Kolonisation nicht mehr als drei gibt.
In Santa Leopoldina haben wir das Städtchen Porto do Cachoeiro, das schon vor der deutschen Einwanderung bestand, das aber erst danach einige Bedeutung gewonnen hat. Von hier aus werden heute nicht nur die meisten deutschen, sondern auch viele italienische Kolonisten im Innern mit Waren versorgt. Das Städtchen ist der Sitz einer Munizipalkammer und hat eine katholische (aber noch keine protestantische) Kirche. Seine Einwohnerschaft soll 1200 Seelen zählen, von denen aber nur der kleinere Teil Deutsche sind. Freilich spielen gerade diese die führende Rolle; Handel und Gewerbe liegen in ihrer Hand, fast alle sind also Händler und Handwerker. Einige der deutschen Kaufleute haben es zu beträchtlichem Vermögen gebracht.
Im älteren Kolonisationsgebiet, in Santa Jzabel, gibt es zwei, dafür aber sehr kleine Ortschaften: Campinho und Santa Jzabel.
Campinho ist durch seine Lage und als Sitz der protestantischen Pfarre und Kirche zum kommerziellen Mittelpunkt der gleichnamigen Gemeinde geworden. Durch die seit 1910 in einer Entfernung von kaum einer Reitstunde vorbeiführende Eisenbahn hat es Wohl an Bedeutung gewonnen. Es zählt 100—120 Einwohner, und zwar 20 Haushaltungen.