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Teil 5 (1915) Die deutschen Kolonisten im brasilianischen Staate Espirito Santo / von Ernst Wagemann
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Die deutschen Kolonisten im brasilianischen Staate Espirito Santo. 41

staatliche und kommunale Aufgaben an sich gezogen hat, wie z. B. das Schulwesen. Man darf Wohl auch die Aufrechterhaltung der öffent­lichen Ordnung hinzurechnen.

8. Die Topographie der einzelnen Gemeindegebiete

Die durchschnittliche Größe der einzelnen Gebiete mag 300 bis lOOO betragen. Am größten sind die Gemeinden Campinho,

Kalifornien und Jequitibä, am kleinsten ist Santa Leopoldina, wenn man von den Filialgemeinden absieht.

Über die Höhenlage besitzen wir leider ebensowenig wie über die Größe genauere Angaben. Am höchsten liegen im allgemeinen Wohl die Siedlungen von Jequitiba, deren Pfarrsitz schon sich etwa 700 m über dem Meeresspiegel befindet. Kaliforniens Pfarrsitz soll 600 m, seine Siedlungen sollen 500800 in hoch liegen. Der Pfarrsitz Santa Leopol­dinas befindet sich in einer Meereshöhe von etwas über 500 m, der von Campinho in einer solchen von 450 in; die Siedlungen im allgemeinen mögen eine Höhenlage von 300500 in haben. Nur etwa 100400 in über dem Meeresspiegel, also im Tiefland, befinden sich die Gemeinde Santa Joanna und die Filialgemeinden Guandü, Crissiume, Säo JoZo de Petropolis, Vintecinco.

Der Bodengestaltung nach unterscheiden sich die Gemeindegebiete des Hochlandes kaum voneinander. Sie werden alle von hohen, oft steilen Bergen und mehr oder weniger engen Tälern gebildet. Am ungünstigsten ist in dieser Beziehung Wohl Santa Leopoldina gestellt, wo im allgemeinen nur sehr enge Schluchten für den Anbau verfügbar sind. In den Tieflandsgemeinden dagegen sind die Täler ziemlich weit, und die Berghänge fallen weniger steil ab.

Auch die Qualität des Bodens ist Wohl am schlechtesten in Santa Leopoldina und am besten im Tieflande; das Guandütal insbesondere soll recht begünstigt sein. Doch fehlen uns auch über diesen Punkt nähere und zuverlässige Angaben.

Was nun die Verkehrsverhältnisse betrifft, so sind in dieser Hin­sicht die alten Kolonien besonders bevorzugt. Campinho, dessen Pfarr­sitz etwa 30 kni von der Küste entfernt ist, läßt sich heute von der

^ Siehe die Karten im Anhang.

^ Die deutschen Marken waren 100700 gkra groß. Schmoller, Grund­riß, I, S. 261.