Die deutschen Kolonisten im brasilianischen Staate Espirito Santo. Z1
lich. Er schreibt darüber^: „Die älteren Kolonisten (von 1847) sind durchgehends in einer behäbigen, sorgenfreien Lage, und es wird ihrer großen Mehrheit auch das Lob fleißiger und ordentlicher Leute erteilt. Weniger günstig lautete das Urteil über eine Anzahl der später angekommenen, unter denen viele arbeitsscheue, dem Trunke ergebene Individuen waren."
Ihre Zahl war Ende 1860 — durch Einwanderung und natürliche Bevölkerungszunahme — auf 628 Personen angewachsen^:
Deutsche (darunter 174 Preußen).410
Schweizer. 8
Franzosen. 2
Sardinier.24
Brasilianer (nämlich die in Brasilien geborenen
Kinder der Kolonisten).184
628
Ende 1862 waren es 801 Personen, und zwar 424 männlichen und 377 weiblichen Geschlechts^. Im Jahre 1862 wurden 10000 Arrobas (150 000 k^) Kaffee geerntet".
1865 wurde Santa Jzabel „emanzipiert": sie unterstand nun nicht mehr einem Koloniedirektor, sondern trat unter Munizipal- verwaltung2o.
5. Die Gründung der Kolonie Santa Leopoldina.
Während Santa Jzabel eine fast rein deutsche Kolonie war, wie die eben angeführten Zahlen zeigen, wurde am Flusse Santa Maria da Victoria eine national gemischte Kolonie gegründet, die nach der zweiten kaiserlichen Prinzessin den Namen Santa Leopoldina erhielt.
Die Gründung fiel in die 50erJahre, als die brasilianische Regierung begonnen hatte, die Kolonisation besonders eifrig zu betreiben. Damals wurden in den Südstaaten des Kaiserreichs zahlreiche Kolonien geschaffen. Auch in Espirito Santo selbst, am Rio Novo, entstand eine weitere Kolonie. Doch wurden dort keine Deutschen, sondern nur eine Anzahl von Schweizerfamilien angesiedelt. Über diese Kolonie bei-
" S. 14.
" Tschudi, S. 11.
^ Marques, S. 209.
20 Wappäus, S. 1721.