Die deutschen Kolonisten im brasilianischen Staate Espirito Santo. 25
Im Winter — Mai bis Oktober — sind die Niederschlüge diel geringer. Sie dauern allerdings oft tagelang an, doch ist es mehr ein Sprühregen. Von den sommerlichen Niederschlügen unterscheiden sich die der kälteren Jahreszeit auch dadurch, daß sie bei südlichen Winden erfolgen, wahrend der Sommerregen gewöhnlich bei östlichen Winden fällt.
Die durchschnittliche Jahresmenge der Niederschlüge dürfte nach den vorliegenden Zahlen 2000 mm betragen.
Aus dem Psarrsitz Kalifornien wurden als niedrigste Temperatur 6 o, als höchste 320 gemessen. An 172 Tagen regnete es, und zwar waren 63 vollständige Regentages
Um 1860 ergab sich für das Zentrum von Santa Jzabel, nach den Berechnungen des damaligen Koloniedirektors, ein Jahresmittel von
18 0 H5.
Nach alledem hat also das Klima des Hochlands im allgemeinen eine jährliche Durchschnittstemperatur, die erlaubt, es als tropisch zu bezeichnen; dabei sind jedoch die täglichen und jährlichen Temperaturschwankungen recht beträchtlich, so daß das Klima uns in dieser Beziehung ziemlich gemäßigt erscheint. Wie sehr es sich trotzdem von dem unsrigen unterscheidet, wird uns bewußt, wenn wir bedenken, daß die kälteste Jahreszeit jener Gegend etwa unserm Spätsrühling, wenn nicht unserm Sommer entspricht.
3. Das Klima des Tieflandes.
Durchaus tropisches Klima haben die meisten Gebiete des Tieflands. Besonders gilt das vom unteren Tal des Santa Joannao. Die Tagestemperatur ist dort zwar nicht übermäßig hoch; 380 0 oder mehr um 2 Uhr nachmittags im Schatten sind selten vorgekommen. Doch kühlt es sich in den Nächten kaum ab. Nachts um 12 Uhr sind 28—290 häufig beobachtet worden; in diesem Falle pflegt das Thermometer bis zum Morgeu nur auf 26o zu sinken. Im Winter herrscht meist eine weiche, milde trockene Lust, wenn auch schwüle Tage nicht selten sind. Aber selbst «in dieser Jahreszeit hat man des Morgens nur ausnahmsweise
^ Nach den Aufzeichnungen von P. Schüler (für 1905?).
5 Tschudi, S. 8.
o Die folgenden Angaben darüber verdanke ich Herrn Pfarrer Zrstmann, der sieben Jahre in Santa Joanna verbracht hat.