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Teil 5 (1915) Die deutschen Kolonisten im brasilianischen Staate Espirito Santo / von Ernst Wagemann
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Die deutschen Kolonisten im brasilianischen Staate Espirito Santo. 1Z

die Italiener, die in den Jahren 18771895 ins Land strömten^, warfen sich mit großer kolonisatorischer Kraft auf die Erschließung der Bergwälder des Innern.

Heute mögen in Espirito Santo 300 000 Menschen lebend Das ganze Land nördlich dom Rio Doce, also etwa die Hälfte des Staats­gebiets, ist jedoch noch kaum besiedelt. Hier im Norden, wo noch voll­kommen unzivilisierte Indianer die eingeborenen Ahmows oder Botokuden umherstreifen, gibt es nur am Rio SZo Matheus einige kleine Siedlungen des Herrenbolkes, das heute übrigens in der Haupt­sache aus Mischlingen besteht. Reine Neger und reine Indianer sind Wohl nur wenige darunter, und auch die Zahl der reinblütigen Weißen ist, wenn man von den italienischen^ und deutschen Kolonisten absieht, sehr gering.

Der größte Teil der Bevölkerung wohnt weit umher zerstreut in Einzelsiedlungen und winzigen Dörfern. Nach amtlicher Angabe gibt es in Espirito Santo mehr als 200 Ortschaften, darunter 12 Städten. Die größte dieser Städte, die Hauptstadt des Landes, Victoria, hat aber kaum mehr als 25 000 Einwohner. Sie ist zugleich der bedeutendste Handelsplatz des Staates und Sitz einiger größerer Handelshäuser. Neuerdings hat man sie zu modernisieren gesucht; sie hat elektrisches Licht und elektrische Bahnen erhalten, und große Hasenanlagen sind, wie erwähnt, im Bau. Die zweitwichtigste Stadt ist Cachoeiro do Jta- pimirim, am Flusse Jtapimirim gelegen. Sie ist das südliche Zentrum des Landes. Von den übrigen Städten ist hauptsächlich Porto dv Cachoeiro de Santa Leopoldina mit 1200 Einwohnern zu erwähnen; es liegt am Rio Santa Maria, der in die Bucht Espirito Santo ein­mündet.

3. Produktion und Verkehr.

Die Abschaffung des Sklavenhandels und der Sklaverei hatte ins­besondere zur Folge, daß die Zucker- und Baumwollkultur durch den Kaffeebau verdrängt wurde.

n Rizzelto, S. 86.

v ^.nnuairo du Lrssil, S. 667, gibt 383569 als Bevölkerungszahl an. Wie mag man nur zu dieser Zahl gekommen sein! eine richtige Volkszählung hat nämlich nicht stattgefunden.

Die Zahl der Italiener in Espirito Santo wurde vom italienischen Konsul in Victoria im Jahre 1903 auf 3545000 geschätzt. Rizzelto, S. 89.

" ^nnuairo du Lroml, S. 667.