Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1896) Die Kolonialpolitik Portugals und Spaniens : in ihrer Entwickelung von den Anfängen bis zur Gegenwart : mit einer Karte in Steindruck: Übersicht des portugiesischen und spanischen Kolonialbesitzes gegen Mitte des 16. Jahrhunderts / dargest. v. Alfred Zimmermann
Entstehung
Seite
333
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Kerier Kheit.

Die spanische Koloniakpotilik öis zum Ausgang des 16 . Jahrhunderts.

Erstes Kapitel.

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"^ls der Vizekönig Velasco 1564 starb, befanden sich in Mexiko wie anderweitig noch zahlreiche angesehene Kolonisten im Besitz von Encomiendas. Aber allgemein war das Gefühl, daß diese Einrichtung nicht mehr lange bestehen werde. Um diesen Termin möglichst hin­auszuschieben, wünschte man in Mexiko, daß der Sohn des Cortes, der aus seinem Land- und Sklavenbesitz ein ungeheures Einkommen bezog, an die Spitze der Regierung gestellt werde. Aber die spanische Krone, welcher ohnehin der Reichthum und Einfluß des zweiten Cortes unbequem war, war keineswegs geneigt, diesen Bitten Gehör zu schenken. Sie wollte den Marquis vielmehr wegen verschiedener Dinge zur Verantwortung ziehen und das Encomiendawesen völlig ändern.

Kaum verbreitete sich das Gerücht hiervon, so entstand große Erregung. Eine Anzahl reicher Encomienderos, geleitet von zwei Brüdern Avila, faßte den Plan, den jüngeren Cortes zum König von Neu-Spanien auszurufen, ihn durch eine Versammlung von Delegirten aller Städte anerkennen zu lassen, den Segen des Papstes zu erbitten und die Hülfe Frankreichs durch Oeffnung der mexikanischen Häfen für den Handel aller Länder zu erkaufen. Cortes wies den Gedanken als undurchführbar zurück. Er wollte seinen Reichthum und sein Ansehen nicht für eine so unsichere Sache aufs Spiel stellen. Aber die Avilas gaben ihren Plan nicht auf und bereiteten Alles für eine Erhebung vor. Cortes selbst wurde mit der Zeit unter