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Tangaland und die Kolonisation Deutsch-Ostafrikas : Thatsachen und Vorschläge / von Karl Kaerger
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natürliche oder wirtschaftliche Bedingungen begünstigten Konkurrenz, da eine solche überhaupt nicht besteht, sondern darum, alle Schranken hinweg­zuräumen, die der Verbreitung des Konsums entgegenstehen, damit über­haupt einmal erst ein Markt für diese neue Waare sich bilden kann. Ich hielte es darum für das beste, den Zoll für Dörrbananen zu erheben, den getrocknete Südfruchtschalen nach dem neuen Handelsverträge mit Italien zahlen, nämlich 1 M. (früher 2 M.) für den Hundner.

Freilich mit dieser rein passiven Begünstigung würde bei der Indolenz der maßgebenden kaufmännischen Kreise noch nicht viel erreicht sein. Einen größeren Verdienst noch würde die Regierung sich erwerben, wollte sie auch in aktiver Weise für die Einführung des neuen Lebensmittels thätig sein. Dazu läge meines Trachtens ein gewichtiger Grund vor. Die ge- getrocknete Banane ist ein sehr konzentrirtes Nahrungsmittel, das vor vielen andern von gleicher Konzentration einmal den Vorzug großer Schreckhaftigkeit und zweitens den Vorzug hat, ohne weitere Zubereitung genießbar zu sein. Ich glaube daher, daß dieses Lebensmittel noch ein­mal eine große Wichtigkeit für die Verproviantirnng der Truppen namentlich auf Feldzügen und der Marine erlangen könnte. Der Staat hat daher meines Trachtens ein ähnliches Interesse, Versuche nach dieser Richtung hin zu machen, wie bezüglich des Mate, der Kolanuß und der Kokablätter. Alle Sachverständigen sind, soviel mir bekannt, darüber einig, daß die Verpflegungsfrage in künftigen Feldzügen eine noch ungleich wichtigere Rolle spielen wird, als sie es bisher schon gethan hat. Wünschen wir, daß gerade unsere Kolonien uns neue Mittel an die Hand geben, um zu einer immer befriedigenderen Lösung dieser Frage beizutragen.

t,. Tiffereiltinlausfuhrzölle.

Eine andere Maßregel, die die Einfuhr kolonialer Produkte in das Mutterland begünstigen würde, bietet ungleich größere Hoffnung auf Erfolg: die differentiale Behandlung der Ausfuhr aus Deutsch-Ost- afrika, je nachdem die Waaren für die Heimath oder die Fremde bestimmt sind. Der größte Theil der von den Eingeborenen erzeugten oder gesammelten Waaren geht bis jetzt nach Sansibar, um von dort entweder an andere Küstenorte, nach Indien, oder nach Europa, ins­besondere nach England gebracht zu werden. Würden nun alle nicht nach Deutschland verschifften Waaren mit 10150/g von ihrem Werth höher verzollt werden, so wäre damit eine ganze Reihe von Vortheilen auf einmal erreicht. Die ganze Politik der deutschen Regierung geht feit Besitzergreifung der Küste mit vollsten! Recht dahin, die Küste wirthschaftlich von Sansibar zu emanzipiren. Gerade diese Politik rechtfertigt in hohen: Grade die Ueberlassung Sansibars an die Engländer, die im übrigen auch aus anderen Gründen mau denke au das oben bezüglich der Arbeiterverhältnisse bemerkte für die Kolonie nur Nutzen stiften kann. Wir sind durch diese That in den Stand gesetzt, unserer Kolonie ein durch und durch deutsches Gepräge zu verleihen, während wir bei Annexion von Sansibar diese durch und durch arabische Stadt, in der uns noch dazu das Leben durch die Jntrigen der dortigen Engländer dauernd schwer gemacht worden wäre, als unsere Hauptstadt