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gewillt ist, alle solche Derogationen der Souveränität aufs engste zu interpretiren und hat als Verbrauchssteuer einen Zuschlag von 1Z-, pCt. vom Waarenwerth zu den: Zoll zu erheben beschlossen. Hiermit ist der Hebel gegeben, der auch im Interesse der Lösung der vorliegenden Frage mit Erfolg angesetzt werden könnte.
Von der'Thatsache ausgehend, daß die Menge der von jedem Geschäft eingeführten Baumwollenstoffe das getreueste Bild^ für den jährlichen Umsatz eines solchen giebt, hätte man eine nach diesem Maßstabe gemessene Geschäftssteuer einzurichten, welche sich aus 10 pCt. von: Werth der eingeführten Baumwollenstoffe belaufen könnte. Die hieraus eingehenden Gelder würden dann zur Snbventivnirung der Ostafrika-Linie behufs Frachterniedrigungen für deutsche Baumwollenstoffe verwandt werden. Mit dieser Maßregel würde einerseits die Konkurrenzfähigkeit der deutschen mit der indifchen Textilindustrie vvll- stäudig hergestellt werden, die sämmtlichen Frachten von Baumwollen- waaren nach Deutsch-Ostafrika der deutschen Linie zugewandt und außerdem in den Zolleinnahmen der Kolonie nicht der geringste Ausfall herbeigeführt werden, da die bisherigen Zölle von 5 pCt. ja ohne Schaden auch von den deutschen Importeuren weiter gezahlt werden könnten und in diesem Fall dann nicht zur Snbventivniruug der Linie behufs Frachtnachlässe verwandt zu werde:: brauchten.
e. Andere Maßregeln.
Eine weitere Maßnahme, von der man mit ziemlicher Sicherheit annehmen kann, daß sie die Einfuhr mutterländischer Erzeugnisse in die Kolonie heben würde, wäre die Statuirung - von Differentialausfuhrzöllen in der Kolonie. Diese soll jedoch des Zusammenhauges halber an anderer Stelle, wo ihre Hauptwirkung in Frage steht, ausführlicher besprochen werden.
Es ließen sich vielleicht noch andere Maßregeln ersinnen, um der deutschen Textilindustrie den Wettbewerb mit der indischen zu erleichtern, aber keine scheint mir den gleichen Erfolg zu versprechen, wie die oben vorgeschlagene. So habe ich anfangs folgende Maßregeln fiir wirksam gehalten, die ich aber bei längeren: Nachdenken doch als erfolglos erkennen mußte. Ich dachte daran, daß es vielleicht anginge, in der Kolonie obrigkeitliche Minimalpreistnxen einzuführen und die Preise für die Baumwollenstoffe so hoch anzusetzen, daß auch der deutsche Industrielle sie zu liefern in der Lage wäre. Aber leider lassen sich solche Minimaltaxen — wie die Beispiele der mittelalterlichen Miuimaltaxen fiir Bier auf den Dörfern beweisen — niemals streng durchführen, weil den: Verkäufer zahllose Mittel und Mittelcheu zu Gebote stehen, um den: Käufer doch billigere Waaren zu liefern als die Taxen es fordern. Sicherlich würde es in unsern: Fall der Inder auch verstehen, den Eingeborenen zu veranlasse::, bei ihm indische statt beim Europäer deutsche Waaren zu kaufen.
Die Einführung einer hohen Geschäftssteuer ohne Rücksicht auf die Größe des Umsatzes würde sicherlich den kleinen Indern den Handel in unserer Kolonie unmöglich machen und damit die Importeure indischer Waaren beseitigen. Allein auch diese Maßregel würde ihren Zweck