Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1905)
Entstehung
Seite
289
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Vergiftungen durch pflanzliche Gifte. 289

Literatur.

1880 Morton, Medical Record.

1896 Krüger, Rer. d. chem. Gesellschaft, Bd. XXIX. p. 133.

Mate- oder Paraguay-Tee.

Unter diesem Namen sind die Blätter von Ilex jiaraguayensis und verwandten Arten bekannt, dem in Südamerika (Paraguay, Uruguay, Argentinien und Südbrasi­lien) heimischen und angebauten Mate-Strauche, Fam. Ilicaceae, Steclipialmengewächse Die Blätter, oft mit den Spitzen der jungen Zweige vermischt, werden unmittelbar über der Flamme oder in eisernen Pfannen leicht gedörrt, gestoßen und in Beutel gepackt.

Mate oder Yerba enthält durchschnittlich 67% Wasser, 69% Tannin, 56% mineralische Substanz (Asche), Harz, ein flüchtiges Ol, 0,51,5 % Coffein und geringe Mengen Vanillin.

Mate wird fast nur in Südamerika genossen. Man bereitet ihn als warmen Aufguß in einem Flaschenkiirbiß, woher der Name Mate stammt, und trinkt ihn mittelst eines silbernen Röhrchens. Der empvreumatische Geschmack ist nicht unangenehm, die durch den Trank hervorgerufenen Empfindungen sind ähnlich wie nach einer guten Tasse Tee, nämlich eine wohltuende Anregung und behagliches Wärmegefühl. Das letztere hängt wenigstens teilweise von der hohen Temperatur des Getränks ab. Der Mißbrauch ruft Magenbeschwerden hervor und greift das Nervensystem an.

Literatur.

1903 Yerba mate. The Journal of tropical medicine. 1. October.

Guarana.

Die Samen von Paullinia sorbilis. der Guarana-Pflanze, Fam. Sapindaeeae, Seifenbaum- geivächsc, eines in Brasilien und anderen Teilen von Südamerika wachsenden Strauches, werden zu Mehl verrieben und zu einer Paste verarbeitet, oft vermischt mit Kakaopulver oder Maniokstärke. Die Paste ist von eigenartigem Geruch und bitterem zusammen­ziehenden Geschmack. In Wasser quillt sie auf und löst sich in kleine Krümelchen auf, in Alkohol löst sie sich fast vollständig. Sie enthält 25 % Coffein als Tanninverbindung, 89 % Wasser und etwa 2 % mineralische Salze (Asche).

Pasta Guarana findet als Stärkungs- und Fiebermittel, sowie gegen Neuralgien in Form von Pulvern, Pastillen, Sirup oder alkoholischen Tinkturen mit Schokoladezusatz Anwendung.

Die Wirkung unterscheidet sich kaum von der des Tees oder Kaffees, der Miß­brauch hat ähnliche Folgen.

Literatur.

1865 Mantegazza, Del guarana. Milano. Bernardoni.

Kakao.

Kakao wird aus den Bohnen des echten oder mexikanischen Kakaobaumes , Theobroma Cacao , Familie Sterculiaceae, Stinkbäume, hergestellt. Die Heimat des Baumes ist Mittelamerika und das nördliche Südamerika, jetzt wird er jedoch auch in Ostindien, Westafrika und anderen Tropenländern angebaut. Die Mexikaner hatten für den Baum den Namen Cacaoquathuitl, für das aus seiner Frucht bereitete Getränk Chocolatl (aztekisch Choco = schäumen, atl= Wasser). Die gurkenförmige Frucht enthält ein weiches süßliches Fleisch mit 2540 Bohnen. Mit dem anhaftenden Fruchtfleisch werden sie in Haufen zusammengeschichtet oder in Fässer verpackt in die Erde vergraben. Sie geraten dadurch in Gärung, wobei sich Fett und ein besonderes Aroma entwickelt, während der ursprüngliche bittere oder herbe Geschmack verloren geht. Dörren der geschälten Bohnen

Mense, Handbuch der Tropenkrankheiten. I. 19