Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1905)
Entstehung
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268
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Dr. Fiupro Rho.

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Melirere Dioscoreaceen haben eßbare Knollen, bei anderen enthalten diese auch giftige Stoffe, welche vor dem Genüsse erst ausgezogen werden müssen. So büßen erst durch geeignete Zubereitung die Knollen von T). liirsuta Bl., dem Gadong der Malaien, ihre Giftigkeit ein, welche durch ein Atmungslähmung be­wirkendes Alkaloid, das Dioscorein, bedingt wird.

1). bulbifera L. trägt ungiftige Erdknollen und giftige Luftknollen. Aber auch letzteren wird das Gift entzogen, indem man sie in Scheiben geschnitten in Asche legt, ehe sie durch Aufkochen als Speise zubereitet werden. I). pcntaphylla L. und I). daemona Roxb. sind ebenfalls giftig, aber in Indien verzehren die Einge­borenen sie während einer Hungersnot, nachdem sie das Gift zur Ausscheidung ge­bracht haben.

Unter den Cycadcen sei Cycas medio, R. Br. erwähnt, deren Frucht roh ge­nossen giftig ist. die australischen Eingeborenen essen sie jedoch erst, nach­dem sie zerkleinert und geröstet worden ist und eine Zeitlang im Wasser ge­legen hat.

Mehrere Aroideen haben eßbare Knollen. Ar um esrulentum wird in der ganzen Tropenwelt angebaut und enthält einen durch Kochen zerstörbaren Bitterstoff. Andere Arten sind geradezu giftig u. a. A. venenatam Paxkix, welche roh Magen­schmerzen und Darmkatarrh hervorruft, gekocht dagegen unschädlich ist. Die frischen Knollen von A. Ramphii Gaudich enthalten einen örtliche Reizerscheinungen hervorrufenden Giftstoff, nach Auslaugung desselben sind sie nicht mehr giftig.

Ähnlich verhalten sich A. triphyUum L., A. dracunculus L., A. fonnicatum Roxb. und andere.

Literatur.

1902 Lf.win, Jatropha Manihot. Villavecchia op. cit.

1903 Lewin-Poüchet, Pangium edule. op. cit. p. 665.

1893 Heckel u. Schlagdexhacffen, Ilioscorea bulbifera in Pharm. Zeit. p. 770.

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XIV.

Gewürze, welche gelegentlich oder in Übermaß genossen giftig wirken.

Capsirmn unnuum L., der spanische Pfeffer oder die Puprikapflanze, auch Piment, Cayenne-Pfeffer, indischer oder roter Pfeffer genannt, findet in den Tropen­ländern zum Würzen der Speisen allgemeine Verwendung, besonders auch bei der Zubereitung des sog. Curry. In großen Mengen ruft der Pfeffer Aufstoßen, Brennen im Munde und Schlunde, Erbrechen, Kolik und Durchfall hervor. Die Vergiftung kann zum Tode führen. Die Wirkung beruht auf dem Gehalte an Capsicol, einer Flüssigkeit, aus welcher das kristallisierte Capsiein dargestellt werden kann. Beide Stoffe greifen Haut und Schleimhäute an.

Die Muskafnufs, Myristiea frayrans Houtt., entfaltet in übermäßiger Dosis ebenfalls giftige Eigenschaften unter Erregungszuständen, welchen ein Depressions­zustand des Zentralnervensystems und Collaps folgt. Das wirksame Prinzip ist ein ätherisches Ol, das Myristicin oder Pinen.

Auch die Zimtrinde, Cinnamomum Cussia Br.., enthält ein schwarzes Öl von giftigen Eigenschaften. Lewix berichtet, daß eine Negerin nach Ge­nuß einer großen Menge Zimt Hämoglobinurie, Albuminurie, Cylindrurie bekam und abortierte.

Die Vanille, V. phmifolia Axdr. wird in den Tropen vielfach angebaut und für die Ausfuhr zubereitet. Der Genuß minderwertiger Sorten soll manchmal Darmkolik mit Erbrechen, Kopf- und Muskelschmerzen liervorrufen (Vanillismus).

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