Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1905)
Entstehung
Seite
265
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Vergiftungen durch pflanzliche Gifte.

265

Familie

Pflanze

Vorkommen und Wirkung

Leguminasae

'Hülsenfrüchtler)

Cajanus Indiens Sra.

Drasticum, in Indien auch als Abortivmittel benutzt.

Compositae ( Zusammengesetzt- blütige Gewächse)

Atractylis gummi­fera L.

Bei den arabischen Frauen beliebtes Abtreibe­mittel. Die AVirkung tritt später, erst nach 2448 Stunden ein, sehr gefährlich. Anwendung hat oft den Tod zur Folge, dem Erbrechen, Kolik, Anurie, Atemnot, Krämpfe und Coma vorausgehen.

Plu mbagineae (Bleiwurzgewächse)

Plumbagn zeylanica

und andere Arten

Enthalten eine scharf reizende Substanz, das Plum bagin, und bewirken, innerlich ge­nommen, Abortus.

Aporgnene

(Hundsgift­

gewächse)

Plumeria acutifolia PoiE.

In Indien als Drasticum und Abortivum benutzt. Unter Erbrechen, Mydriasis, Herzschwäche kann das Mittel zum Tode führen.

Amarantaceae (Amu ra n tge chse)

Achyranthes aspera L.

Indisches Abortivmittel, Nebenwirkung schwere Enteritis.

Phytolaccaceae

(Scharlachbeeren­

gewächse)

Petiveria alliacea L.

Indisches Abortivmittel, Nebenwirkung schwere Enteritis.

Myristicaceae

(Muskatnüsse)

Myristica fragrans Houtt.

Die Muskatnuß dient auf Java zur Bereitung von Liebestränken, als Medikament und als Abtreibe­mittel. Der Genuß einer Nuß kann unter an­fänglich nervöser Erregung und darauffolgender Depression Vergiftungserscheinungen, bestehend in Kopfschmerzen, krampfhaftem Lachen, erregten Sinnestäuschungen, Schwindel, Sucht zu beißen, dann Schlafsucht, Amblyopie, Lähmung der Schließmuskel, Kollaps usw. hervorrufen.

Literatur.

1892 CrRCENET, Atractylis gummifera. Arch. de med. et de pharm, milit. p. 203. 1887 Gillepsie, Myristica fragrans. Philad. med. Times. 6. August.

1892 .Reading, Myristica fragrans. Ther. Gaz. p. 585

1903 Watt, Walsura piscidia. Dictionary op. cit. Vol. VII part. IV. p. 299.

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Pflanzen, welche empirisch als Aplirodisiaca heimt-zt werden.

Auf verschiedene Weise haben die Menschen den Geschlechtstrieb oft künstlich zu steigern gesucht. Da jedoch die Hemmungszentren auf den Mechanis­mus der Erektion einen bedeutenden Einfluß ausiiben, so leuchtet die Absurdität all der Anschauungen von der angeblichen Wirkung vieler indifferenter Stoffe ein. In blindem Glauben angewandt können diese Substanzen durch den Vorgang der Autosuggestion in einigen Fällen von psychischer Impotenz und sexueller Neurasthenie einen Erfolg haben.

Hierher gehört, die hohe frühere Wertschätzung der doppelten Nuß der Meerkokos, Lodoirea Seychellarum, der größten Frucht des Pflanzenreichs, welche in ihrer Form den männlichen Genitalien ähnelt. Das Gebiet dieser zierlichen Palme ist auf zwei Inseln in der Seychellen-Gruppe beschränkt.

Vielen Substanzen aus dem Pflanzenreiche, besonders den im ersten Stadium ihrer Wirkung erregenden und berauschenden kann dagegen ein gewisser Wert in