Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1905)
Entstehung
Seite
263
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Vergiftungen durch pflanzliche Grifte.

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Familie

Pflanze

Vorkommen und Wirkung

Euphorbiaceae ( 'Wolfsmilch­gewächse)

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Viele Arten

Zu dieser Familie gehören Croton tiglium, Rici­nus communis, der Manzinellbaum und andere Arten mit scharfem Saft, von denen einige als drastische Abführmittel medizinische Bedeutung haben. Der Saft gewisser tropischer Euphor­bien, z. B. der arabischen, Uwar genannten Spezies bewirkt Keratitis und dadurch manchmal Er­blindung. Einige Pflanzenfresser verzehren un­gestraft giftige W r olfsmilcharten, ihre Milch ist dann den Menschen schädlich. Pedilanthus titymaloides Poit. der Antillen enthält einen scharfen Milchsaft, welcher auf der Haut Blasen-

TJrticaceae

(Nesselgewächse)

Urtica und ähnliche Arten

Laportea moroides Wedd.

Amaryllidaceae (Am aryllisgewäch se)

Crinum zeylanicum L.

bildung und innerlich allgemeine Vergiftungs­erscheinungen hervorruft.

Es gibt exotische Arten, welche wie unsere Brennessel Quaddeln auf der Haut hervorrufen. Bei einigen ist die Wirkung viel heftiger und hält mehrere Tage an. Solche sind U. ferox (Neuseeland) und U. urentissima (Timor). Eine Landplage Queenslands. Die beiderseits mit Stacheln besetzten Blätter rufen von Men­schen oder Tieren berührt, fürchterliche, weit­ausstrahlende Schmerzen hervor. Die Lvmph- drüsen der betreffenden Körperteile schwellen an. die Kranken werden von Schlaflosigkeit ge­plagt und die Schmerzen treten noch nach mehreren Wochen auf, besonders wenn die ver­letzten Teile in Wasser getaucht werden. Bei Berührung der Blätter heulen Hunde wie be­sessen, Pferde wälzen sich auf dem Erdboden und fügen sich hierbei oft schwere Verletzungen zu.

(Lewix.)

Diese und andere Arten wie Cr. asiaticum L. u. a. rufen Entzündung der Haut und Schleim­häute bis zu Blasenbildung hervor. Die Wurzeln sind besonders wirksam.

Literatur.

1895 Gazf.au, Hippomane Mancinella. Note sur laction du Manceniller. Arch. de med. navale, aöut.

1894 Lewin, Onesmone javanica. Die Pfeilgifte op. cit. p. 105.

Peyssonel, Hippomane mancinelle. Journ. de Medecine. t. VII. p. 412.

1892 Ross Alice MacLean, Rhus vernicifera, Lacquer poisoning. Philad. med. Rep. oct. 8. p. 567.

IX.

Zur Tötung von Ungeziefer benutzte Giftpflanzen.

Familie

Pflanze

Wirkung

Menispermaceae (Kokkelgcwiichse) Bixaceae (Orleansgewächse )

Rosaceae ( Rosenhlütler)

Anamirta Cocculus Die Kokkelskörner werden in Asien pulverisiert Wight. gegen Läuse angewandt.

Pangium edule Samen, Rinde und Blätter werden in Ostindien Ru \vi)T. außer zum Fischfänge auch zur Ungezieferver­

tilgung benutzt.

Qi lillaja saponaria Die Rinde des Seifenbaums, Quillajarinde oder Mol. Panamaholz, enthält das giftige Sapotoxin und

die Quillaj asäure. Dient als Insektenpulver. Irrtümlicherweise innerlich genossen kann der Absud Präkordialangst, Erbrechen, Kältegefühl i, und vorübergehende Synkope hervorrufen.