Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1905)
Entstehung
Seite
260
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Dr. Filippo Rho.

VII.

Exotische Giftpflanzen, welche gelegentlich hei 3Iensclien Vergiftungen hervorufen.

Die Zahl solcher Gewächse ist sehr groß. Man kann sagen, daß die toxischen Eigenschaften eines großen Teiles dieser Pflanzen erst durch einen unglücklichen Zufall entdeckt worden sind. Wir geben im folgenden eine Zusammenstellung der wichtigsten in den anderen Abschnitten nicht erwähnten und verweisen im übrigen auf die Spezialwerke, besonders auf das Buch von Lewix.

Bemerkungen über Vorkommen und Wirkung

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Familie

Pflanze

Magnoliaceae

Illicium religiosum

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(Magnolien-

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gewächse)

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Crueiferae

Isatis tinctoria L.

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(Kreuzblüter)

(Färberwaid)

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Gutti ferne

Garcinia morella

(Guttibäume )

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Sterculiaceae

Guazuma tomentosa

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(Stinkbaum-

H. B. u. K.

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gewächse ) Rhamnaceae

Zizgplius vulgaris

(Kreuzdorn-

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gewächse)

(Christusdorn)

Leguminosae

Abrusprecatorius L.

(Hülsenfrüch tler)

(Paternosterbeere)

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Phytolaccaceae

Phytolacca striata

(Sclta rla ch beeren-

Hoffii.

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geivächse)

Ph. decandra L.

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Euphorbiaceeae

Jatropha multifida

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(Wolfsmilch-

L.

gewächse)

Liliaceae

Dianelia intermedia

11

(Liliengewächse)

Endl.

In Indien und Japan in der Nähe von Tempeln angebaut. Die giftigen Samen, welche zur Ver­fälschung von Sternanis (I. verum) benutzt wer­den, enthalten Si kimin (der japanische Name der Pflanze ist Sikiminoki), ein stickstoffreies Gift, welches jedoch kein Glycosid ist und wie Pikro­toxin wirkt. Ein Centigramm genügt, um in zwei Stunden einen Hund unter Erbrechen, Durchfall. Atemnot und Krämpfen zu töten. Einzelne Vergiftungen bei Menschen werden be­richtet.

Zu industriellen Zwecken in vielen tropischen Ländern gezogen und liefert mit anderen Arten zu­sammen Indigo. Beim Menschen bewirkt dieser in Mengen von weniger als einem halben Gramm Erbrechen, Durchfall und Nierenkolik, in wieder­holten Dosen Fieber, Anschwellungen der Ge­lenke, Schwindel und sonstige nervöse Störungen.

Wächst in Indien und liefert das Ci u m mi g u 11 i. welches als Farbe in der Malerei und als starkes Drastikum in der Medizin Anwendung tindet. Dieses bewirkt örtliche Entzündung, Leib­schmerzen und Tenesmus. Vier Gramm genügen um eine tödliche Gastroenteritis herbeizuführen.

Heimatland Indien. Die Früchte rufen manch­mal eine rasch verlaufende tödliche Enteritis hervor.

Die Früchte gelten am Senegal als giftig, die Blätter sollen das Geschmacksvermögen stören.

Aus Indien stammend, jetzt in allen Tropen­ländern angebaut. Die Samenkörner enthalten Abrin, eine stark giftige Albumose, wodurch bei Kindern durch unvorsichtigen Genuß schon tödliche Magendarmkatarrhe entstanden sind.

In Ostafrika als wilde Zuckerpatate bekannt. Der Genuß hatte schon wiederholt Vergiftungen zur Folge.

Indien. Das darin enthaltene Phytolaccotoxin wirkt wie Pitrotoxin.

Die Samen bewirken in Indien gelegentlich Ver­giftungen unter d. Erscheinungen v.Gastroenteritis.

Die Beeren sollen für Menschen sehr giftig sein.