Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1905)
Entstehung
Seite
258
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258

Dr. Filippo Rho.

Familie

Pflanze

Connaraceae

Rourea oblongi- t folia Hook

Rubiaceae

(Krappgeiviichse)

, Palicour ea

Asclepiadeae (Seiden pfianzen- geiviichse)

Tylophnra fasri- culata Buch-Ham.

Sarcolobus Spa- noghei Mig.

S. globosus Wall.

Euphorbiaceae 1 (1 Wolfsmilch- |

gewiichse)

Euphorbia Tiru- calli L.

1

Dichapetalaeae f

1

Chailletia oder Diclmpetalum toxi- carium Don.

Liliaceae

(Lilienyeiväehse)

Dianelia nemorosa Lam.

Coriareae

(Gerberstrauch- .i geu-ächse)

Coriaria atropur- purea D. C.

Bemerkungen über Wirkungsweise und Anwendung

Der volkstümliche Name in San Salvador und ganz Zentralamerika istCangoura. Der frische Samen wird zur Tötung von Tieren benutzt. Hühner sollen immun dagegen sein, Menschen, dagegen, welche diese Tiere verzehren, sollen der Vergiftung unterliegen. Die Wirkung auf das Zentralnervensystem entwickelt sich allmäh­lich und kann 24 Stunden dauern. Bei Hunden rufen 4 Gramm nach drei Tagen Erbrechen, Unfähigkeit, sich willkürlich zu bewegen, Kon­vulsionen, Atmungsstörungen und Coma hervor.

Die Blätter und besonders die Früchte mehrerer Arten dieser Gattung besitzen giftige Eigen­schaften. Die Früchte dienen in Brasilien zur Ausrottung der Eichhörnchen. P. Marcgravii St. Hin. enthält einen besonders für Tauben als gilftig geltenden Saft. Das wirksame Prinzip soll ein Alkaloid, Palicourin, sein, und eine myo- tonisch wirkende giftige Säure.

In Indien zur Tötung von Nagetieren gebraucht.

Die nicht selten bei Menschen vorkommenden Vergiftungen zeichnen sich durch Trockenheit im Rachen, Durst, Erbrechen, Mydriasis, Schwindel und BewuLltlosigkeit aus.

| Walikambing. Enthalten ein Harz, das Sarcolo- ] bid, und werden auf J ava und anderswo zur j Vergiftung von Raubtieren benutzt.

Eine in Indien zur Anlage von schützenden Hecken um die Faktoreien dienende Pflanze. Der Saft bewirkt heftige Hautentzündung. Auch zum Fischfang und zur Tötung von Raubtieren benutzt.

In Afrika als Rattengift gebraucht.

Rattengift benutzt.

In Mexiko unter volkstümlichem Namen Thaloco- petate als Mittel zum Töten von Hunden bekannt. Durch unvorsichtigen Genuß der Frucht kommen zahlreiche Vergiftungen von Kindern vor.

Literatur.

1893 Kobert, Rourea oblongifolia. Centralbl. f. klin. Med. p. 44.

VI.

Exotische Giftpflanzen, welche für Haustiere gefährlich sind.

Die Pflanzenfresser wissen im allgemeinen giftige Gewächse zu meiden, es gibt je­doch Ausnahmen von dieser Regel und besonders in Australien und Amerika werden Vergiftungen beobachtet, welche den Viehstand schädigen. Die wichtigsten derartigen Pflanzen sind in dem folgenden Verzeichnis, welches allerdings auf Vollständigkeit keinen Anspruch machen kann, angeführt.