Von Würmern und Arthropoden hervorgerufene Erkrankungen. 79
wurmköpfe werden, w T enn sie mit abgegangen sind, auf die beschriebene Weise mit absoluter Sicherheit gefunden, nur muß man im Auge behalten, daß sie nicht selten dunkel pigmentiert sein können.
Zur Herstellung von Dauerpräparaten von Parasiteneiern in den Stühlen usw. bediene ich mich seit Jahren mit gutem Erfolge der Konservierung mit Glycerin-Alkohol (100 Alkohol 70°/ 0 —f— 5 Glycerin). Ein Quantum dieser Flüssigkeit wird bis nahe zum Kochen erhitzt und die vorher in etwas Wasser zu einem ganz dünnen Brei verrührte und von den gröberen Bestandteilen abgegossene Kotprobe — dem Volumen nach nicht mehr als etwa '/'io—’/i 2 des erwärmten Glycerin-Alkohols — unter Umrühren in diesen eingebracht. Dann läßt man das Ganze erkalten und absetzen; später wird die gelb gewordene Konservierungsflüssigkeit vom Bodensätze abgegossen, durch neue ersetzt und das Ganze in einen auf ca. 50° erhitzten Inkubator oder Einbettungsofen gebracht, wo der Alkohol allmählich verdunstet. Nach ein bis zwei Tagen ist die Masse mit reinem Glycerin imbibiert und hält sich, wenn gut verschlossen, jahrelang unverändert. Sind an den Eiern Schrumpfungen eingetreten, dann muß der Verdunstungsprozeß des Alkohols noch mehr verlangsamt werden. Zur Anfertigung von Dauerpräparaten bringt man ein Tröpfchen verflüssigter Glyceringelatine (dieselbe muß möglichst wenig Wasser enthalten) auf den Objektträger, entnimmt der Masse mit einer Nadel oder einem Platindraht eine kleine Probe und rührt sie in dem Gelatinetröpfchen um, bedeckt dann mit dem Deckglase und erwärmt nochmals leicht, damit die Gelatine sich gleichmäßig ausbreitet. Es ist gut, die Präparate nicht zu dick zu machen, d. h. zu viel Gelatine zu nehmen; vor allem aber hüte man sich auch hier vor zu dünnen Präparaten, in denen die Eier gequetscht oder zerquetscht werden, ln sachgemäß hergestellten und gut gelungenen Präparaten präsentieren sich die Eier in sehr natürlicher Form; die Präparate selbst sind solid und trocknen, mit einem Lack (Goldsize) umrandet, weder aus, noch zeigen sie die bei Anwendung flüssigen Glycerins als Einschluflmittel so unangenehme Eigenschaft des steten Beckens; sie bleiben reinlich und halten sich unbegrenzt.
Eine Färbung der Eier ist einesteils ziemlich zeitraubend, und andernteils, solange wenigstens, als es sich lediglich um diagnostische Zwecke (Nachweis ihres Vorhandenseins und Bestimmung ihrer Zugehörigkeit) handelt, überflüssig. In den meisten Fällen ist ihr Aussehen nach der Färbung sogar weniger charakteristisch, also weniger vorteilhaft, als vorher.
Über zweckmäßige Konservierung der erwachsenen Würmer wird später einiges gesagt werden.
Treniatoden.
Plattwürmer mit Verdauungstractus. Körper einfach, nicht segmentiert, blattartig, seltener drehrund; die beim Menschen vorkommenden Arten mit 2 Saugnäpfen, deren vorderer gleichzeitig als Mund fungiert und das vordere Körperende einnimmt, während der hintere, ein ausschließliches Haftorgan, an irgend einer Stelle in der Mittellinie der Bauchfläche, manchmal ganz am Leibesende gelegen ist. Haut nicht selten mit reihenweise angeordneten Stacheln oder Schuppen bewaffnet. Darm hinter dem Munde zunächst einfach (Ösophagus), oft mit einer muskulösen Verdickung der Wand (Pharynx) versehen, dann in 2 blind endigende, gelegentlich mit Seitenzweigen ausgestaltete D arm sch e nk el gespalten. Ein After fehlt also, resp. wird durch den Mund ersetzt. Am Körperende mündet in einer kleinen, median gelegenen Einkerbung ein meist deutlich sichtbarer, heller Schlauch, die Exkretionsblase, deren Gestalt je nach den Gattungen und Arten mannigfach wechselt. Die Trematoden sind mit wenig Ausnahmen hermaphroditisch; die beiderlei Genitalöffnungen liegen dicht beisammen meist in der Umgebung des Bauchsaugnapfes, gewöhnlich median vor ihm. Hoden paarig, von kompakter, gelappter oder verästelter, unter sich gleicher Gestalt; ihre Ausführungsgänge vereinigen sich zu einer vor der Genitalöffnung gelegenen, sack- oder schlauchförmigen, meist prall mit Samenelementen gefüllten Samen blase; der Endteil des Leitungsweges kann oft in Gestalt eines Penis nach außen vorgestiilpt werden. Im weiblichen Genitalapparat zwei morphologisch und physiologisch verschiedene Drüsen, ein