Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1905)
Entstehung
Seite
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Dr. Albert Plehn.

Monate vergehen oft, bevor die Heilung eintritt. Selbst eine energische chirurgische Behandlung mit scharfem Löffel und Antisepticis bescldeunigt sie nur wenig; am meisten wird ferrum candens empfohlen. Antisyphilitische Behandlung mit Jodnatrium in großen Gaben blieb ohne jede Wirkung. Ortswechsel nach Europa scheint günstigen Einfluß auf die Heilung auszuüben.

Die rückbleibenden Narben haben nichts Charakteristisches.

(Dakieh und de Christmas; Jeanselme).

Literatur.

Darier, A de Christmas. Ln cas de pian-bois (lymphangite nodulaire suppurative et uleerante de la Guyane). Ann. de derm. et de syph. 1901. S. 308.

Jeanselme, E., Sur le Pian-Bois. Ebenda. 1901. S. 422.

Derselbe, Cours de Dermatologie Exotique. Paris. 1904.

Scheube, 13., Krankheiten der warmen Länder. 1903. Jena. 3. Aufl. S. 405

Chappa.

Unter dieser Bezeichnung beschreibt Kead ein Leiden, welches mit An­schwellung und Schmerzen der Gelenke, sowie Knotenbildung in der benachbarten Haut beginnt. Die Gelenke bieten die Erscheinung der Fluktua­tion ; doch wurde beim Einschneiden keine Flüssigkeit entleert, sondern es fanden sich nur weiche Geschwulstmassen. Später werden die Gelenke derart zerstört, daß sich Sehlottergelenke bilden. Auch die etwa taubeneigroßen Knoten in der Haut ulcerieren schließlich, ohne vorher zu abscedieren. Die Geschwüre dehnen sich dann aus, kon- fluieren und nehmen serpiginösen Charakter an. Nur ausnahmsweise verschwinden die Knoten spontan durch Kesorption. Auch die Knochen werden zuweilen in Mit­leidenschaft gezogen; einmal kam es zur Spontanfraktur des Oberarms infolgedessen.

Die 6 Kranken, welche Kead beobachtete, standen im Alter zwischen 35 und 50 Jaliren.

Das Wesen des Leidens ist noch unaufgeklärt; Tuberkulose und Syphilis sollen ihm nicht zugrunde liegen; über seine etwaigen Beziehungen zur Lepra, an welche die Abbildungen denken lassen, äußert Read sich nicht.

Antiluetische Behandlung blieb wirkungslos.

Read beobachtete das Leiden 1901 im westlichen Teil der englischen Lagos- kolonie in Westafrika.

Neuerdings beschreibt Juan Guiteras ein ähnliches Krankheitsbild, dem er bei Bewohnern gewisser dünn bevölkerter Landstriche im Innern von Cuba be­gegnete, und das er mit demC happ a Read's identifiziert.

Das Übel beginnt damit, daß sich Knoten in der Haut bilden, die später ver­eitern. Vor dem Durchbruch des Eiters nach außen, tritt zuweilen Fiber auf; nach­her bilden sich mehr oder weniger ausgedehnte torpide Geschwüre, welche ent­weder nach einigen Wochen bis Monaten heilen, oder langsam an Größe zunehmen und in die Tiefe greifen. Sie zerstören dann die Knochen unter Serpiesterbildung, sowohl in ihrer Kontinuität, wie im Bereich der Gelenke, so daß Schlottergelenke oder Ankylosen entstehen, wenn der Prozeß heilt. In anderen Fällen verwächst die Haut mit dem Knochen, und eingezogene, starre Narben ersetzen stellenweise die Muskulatur oder führen zur Yerlötung von Sehnen und Gelenkkapseln und behindern so die Bewegung der Gelenke. In anderen Fällen verschmelzen die Knoten vor der Ulceration, so daß höckerige, flächenhafte Hautinfiltrate entstehen.

Anfangs jucken oder schmerzen die betroffenen Stellen; später bleibt die Schmerzhaftigkeit auf die Ränder der Ulcerationen beschränkt oder verliert sich ganz, doch ohne etwa einer Anästhesie Platz zu machen. Gleichzeitige Drüsen-