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L)r. Albert Plf.hn.
Als I n n e r v a t i o n s s t ü r u n g e n zu deuten, u nd vielleicht auf passagäre Parasitenembolien kleinster Gefäße des Zentralnervensystems zurückzuführen, dürften die fleckigen oder ringförmigen, teilweise mit lokalen üdematösen Schwellungen und lebhaften Schmerzen einhergehenden Erytheme sein, welche in den meisten der wenigen bisher bekannt gewordenen Fällen von Trypanosom en in fck tion von Europäern beschrieben wurden. — Ähnlich, wie die circumskripten Angioneurosen bei Malaria, verschwinden sie gewöhnlich nach wenigen Tagen, sind unter Umständen aller auch hartnäckiger.
In letzterem Falle würde man annehmen können, daß es bereits zu stärkeren Ernährungsstörungen kleiner Bezirke des Nervensystems kam, bevor der Tod und Zerfall des obturierenden Parasitenagglomerates die Gefäßbahn wieder frei werden ließ und dadurch Reparation ermöglichte.
Literatur (Calabar-Swellings).
Makson, Sir Patrick. Journ. of Tropic. Medic. 1903. S. 347. Habehshoc. ebenda. 1004. 1. .Januar.
Kerr, T. S.. ebenda. 1904. 1. .Juli. S. 195.
Hautleiden unbekannter Ätiologie.
I)ie endemische Beiileukrankheit.
Das Leiden besteht in „einer chronischen, serofibrinösen (umschriebenen, Yerf.) Entzündung der Cutis in ihrer ganzen Dicke, welche in den zentral gelegenen Partien zur Nekrose und Erweichung, und dadurch zur Ulceration führt; etwa analog gewissen tuberösen tertiären Syphiliden.“ (Uxxa.)
Die in verschiedenen Gegenden üblichen Bezeichnungen sind:
Orient beule, Jahresbeule, Aleppo-, Delhi-, Mul tan-, Bi sk rabeule; Nil-; ägyptische, Saharabeule usw. Yemengeschwür; Pendhe- geschwiir; Sarten krankheit. — Nach der vermuteten Ursache (?) Dattelkrankheit: bess-el temeur (arabisch); dous-el-kourmati (türkisch). — In Delhi auch Auvangzeb, nach einem inländischen Fürsten, der daran gestorben sein soll (Hirsch). Französisch: Bouton de Biskra; Bouton d’Alepp etc. Englisch: Orient-boils, Oriental-sore.
Aus den aufgeführten Bezeichnungen ergibt sich teilweise bereits das Verbreitungsgebiet der Krankheit. Sie kommt vor in Nordafrika von Marokko bis Ägypten, einschließlich der Saharaoasen; in Kleinasien, Syrien, Mesopotamien; ferner in Arabien, woher sie eine ihrer meist gebrauchten Benennungenhat (Yemengeschwür), und an der afrikanischen Küste des roten Meeres; in den südlichen Provinzen Persiens (Teheran, K a s c h a n, I s p a h a n) in Kaukasien, besonders in den Distrikten von Tiflis und Elisabethpol. Auch in der Krim wurde sie von Liebert bei den Tartaren beobachtet, und in Turkestan, Afg hanistan, Belud sc histan fehlt sie gleichfalls nicht („Sarten beule“). Während die Beulenkrankheit in den Nordwestprovinzen Ostindiens mit ihren ausgedehnten Flußniederungen und Sumpfgebieten überall festgestellt ist, kann man nur vermuten, daß sie auch auf den ostindischen Inseln, in Hinterindien, China, Polynesien und Neuseeland Vorkommen wird, obgleich positive Mitteilungen (nach Hirsch) von dort nicht