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Dr. Albert Plehn.
man nach Entfetten mit Äther in Natronlauge, so sieht man, daß die Knötchen aus einem mosaikartigen Gefüge dichtgedrängter, infolge gegenseitigen Druckes polyedrisch geformter Sporen bestehen, welche durch eine dunkle, lösliche Kittmasse vereinigt sind. Die Sporen haben etwa die doppelte Größe, wie die Trichophytonkonidien. Außer ihnen finden sich in der Kittmasse zahlreiche feine Mycelfragmente vom Ausseheu von Bakterien (?).
Das Gefüge des Haarschaftes selbst bleibt durchaus unbeteiligt.
Juhel-Renoy bezeichnet das Leiden als „trichomykose nodulaire“ und Jeanselme weist darauf hin, daß es mit der in Europa häufigen „trichomycosis nodosa“ Pateuson’s ebensowenig verwechselt werden darf, wie mit der bekannten nicht parasitären Trichorrhexis nodosa, bei welcher die Harrschäfte selbst sich an umschriebener Stelle aufblähn, auffasern und dann abbrechen.
Reinlichkeit und Waschungen mit epiphyticiden Mitteln (z. B. Sublimat) lassen das Übel rasch verschwinden.
Literatur.
Juhel-H^noy, Ann. de Dermat. et de Syph. 1888. lö. Dec.
Jeanselme, Cours de Dermatol, exotique. Paris 1904.
Klii Hueii.
Jeanselme berichtet unter diesem Namen über eine Hauterkrankung, welche er sowohl bei Kindern, wie bei Erwachsenen in gewissen Gebieten der Küste von Assam beobachtete, und die öfters mit chronischem Gelenkrheumatismus vergesellschaftet sein soll. Das Leiden geht von den Handtellern und Fußsohlen aus, deren Epidermis sich im Bereich der Hornschicht allmählich verdickt, dadurch starr und unnachgiebig wird, und infolgedessen, zunächst entsprechend den natürlichen Falten, bricht, so daß sich tiefe Rhagaden bilden. — Die Oberfläche der verdickten Epidermis wird in der Höhe der erweiterten Schweißdrüsenausgänge noch durch scheibenförmige Auflagerungen überragt, die mäßig fest haften. Das Übel schreitet ungemein langsam fort, greift schließlich auf die Hand- und Fußrücken über und geht selbst über die benachbarten Gelenke hinaus. Die Epidermis stößt sich zuletzt fortgesetzt in breiten Schuppen oberflächlich ab, und es entstehen psoriasisähnliche Bilder, namentlich an der Grenze gegen die gesunde Haut.
In die Tiefe greift die Affektion nicht; doch wird die Pigmentschicht vollständig zerstört. Daraus ergibt sich das Bild einer Vitiligo (Leukopathia acquisita). — Zwischen den entfärbten Partien treten Stellen mit abnorm starker Pigmentanhäufung hervor. Die Nägel der Finger und Zehen werden mitergriffen; sie erscheinen verdickt und streifig; endlich spalten sie sich und zerbröckeln.
Besonders groß sind die Beschwerden während der Trockenzeit, wo die Haut starr und unnachgiebig wird. Die schmerzhaften Rhagaden greifen dann bis tief ins Corium und können heftig bluten. Außerdem jucken die erkrankten Teile lebhaft.
Wahrscheinlich handelt es sich um eine Mykose, wenn der Pilz bis jetzt auch noch nicht gefunden worden ist. Jedenfalls scheint die Krankheit übertragbar zu sein, und besonders gegenseitige Infektion ganzer Familien kommt öfters vor. Jeanselme teilt einige derartige Fälle mit. Au ein angeborenes, resp. hereditäres Leiden hat man zweifellos nicht zu denken.
Nieuwenhuis beschreibt eine ähnliche Dermatose auf Java, welche die Angehörigen aller Rassen befällt, von den Handtellern und Fußsohlen ausgeht und die Nägel in Mitleidenschaft zieht.