Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1905)
Entstehung
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Die tropischen Hautkrankheiten.

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Die Pilzkrankheiten der Haut.

(Trichophytieen Aspergillosen Mikrosporieen Streptotricliieen).

Während der gegenwärtig zu den Streptotriclieen gerechnete Erreger des Mycetoma (Madurafuß) durch die strahlenförmig um die Pilzdrusen angeordneten schmalprismatischen, glänzend hyalinen Mortifikationsprodukte des Mycels als be­sondere Art scharf charakterisiert, wenn auch zweifellos vielfach variabel ist, lassen sich die Trichophytieen gegen die Mikrosporieen und beide gegen die Aspergillosen nach dem gegenwärtigen Stande unserer Kenntnisse noch nicht mit der gleichen Sicherheit abgrenzen; wenigstens was die tropischen Formen anlangt.

Als Trichophyten werden bekanntlich jene Fadenpilze bezeichnet, welche keine Sporenträger bilden, sondern deren Conidien gewissermaßen Zerschnürungen des Myeelschaftes darstellen und relativ spärlich bleiben. Die Mikrosporen werden meist dazu gerechnet; sie bilden so reichlich Sporen in trauben- oder haufenförmigen Gruppen, daß die Pilzfäden dagegen ganz zurücktreten. Die Aspergillusarten hinwiederum erscheinen durch ihre keulenförmigen oder mehr ovalen Fruchtträger gut gekennzeichnet. Aber diese Merkmale treten bei den tropischen Hautaffektionen nicht immer scharf hervor, und es läßt sich deshalb zuweilen schwer feststellen, ob die Verschiedenheiten, denen man begegnet, wirklich konstante Artmerkmale oder durch die Eigenschaften des Nährbodens bedingte Zu­fälligkeiten sind. Erschwert wird das Urteil dadurch, daß die tropischen Tricho­phyten anscheinend nicht leicht zu züchten sind. Die modernen Methoden sind auch daheim erst in jüngster Zeit erprobt worden und haben in den Tropen meines Wissens noch kaum Anwendung gefunden. Wenn es also bisher z. B. noch nicht gelang, an den äußerst spärlichen Trichophytonfäden in der Epidermis von Tropen­bewohnern oder bei den wenigen Züchtungsversuchen Fruchtträger oder eine reich­lichere Anhäufung von Conidien zu entdecken, so folgt daraus noch nicht ohne weiteres, daß sie unter allen Umständen fehlen müssen. Auch die Versuche von Courmoxt haben da noch keine Klärung gebracht, und die Untersuchungen von Fl'rthmaxn und Neebe, von Grawitz, von Kräl u. a. erweisen die außerordent­liche Variabilität dieser Pilze.

So betrachtet Triboxdeau z. B. den Pilz der Tinea imbricata als eine Zwischenform von Trichophyton und Aspergillus und nennt ihn Lepidophvton. Neuerdings jedoch hat C. Wehmer die Fruchtträger gefunden und beschrieben und daraufhin den Pilz unter die Aspergillusarten eingereiht.

Ganz atypische Erkrankungsbilder können durch Infektion seitens der Haus­tiere, besonders Katzen, hervorgerufen werden. Die Erreger scheinen den Mikro- sporonarten am nächsten zu stehen und bilden meist massenhaft Sporen. Bezeich­nungen, wietrichophyton ä culture faviforme oderachorion ä lesion trycho- phytoide (Sabourauo-Jeansei.me), charakterisieren genügend die herrschende Unsicherheit.

Besondere Aufmerksamkeit muß auch in Zukunft noch den neuerdings von Buschke genauer studierten sogen.Oidiomykosen zugewendet werden.

Die Beschaffenheit und der Verlauf der Hautaffektion selbst ist daher für die Einteilung der Krankheiten zurzeit wichtiger, als das Verhalten der Pilze, und wir müssen uns vor der Hand damit be­gnügen, Krankheitsbilder und Pilzformen tunlichst eingehend zu beschreiben, ein