Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1905)
Entstehung
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Dr. Albert Plehn.

Hirsch, A., Handbuch der historisch-geographischen Pathologie. 1886. II. Aufl.

S. 263. (Dort auch die ältere Literatur.)

Iryz, Mal del pinto. ßrit. med. Journ. 1882.

Jeanselme, Cours de Dermatol, exotique. Paris 1904.

Legrain, Arch. de parasitol. 1898.

Montoya y Flores, Notes sur les Carates. Ann. de derm. et de syph. 1897. S. 464. 3. S. VIII.

Derselbe, Kecherches sur les Carates de Colombie. These de Paris 1898.

Manson, P.,Pinta; in Davidsons Hygiene and diseases of warm climates. London 1900. S. 632.

Roux, Traite pratique des maladies des pays chauds. 1888. III. S. 455.

Scheube, Krankheiten der warmen Länder. Jena 1903.

Pityriasis versicolor.

Das Mikrosporon furfur kommt als unschuldiger Schmarotzer auf der Haut des Tropenbewohners, wie in der gemäßigten Zone vor. Der Haut des Negers ver­leiht der in den Epidermisschuppen überall massenhaft wuchernde Fadenpilz Mikro­sporon furfur eine gegen die Umgebung heller sich abhebende Farbe. Patho­logische Bedeutung hat das Leiden auch in den Tropen nicht und weicht rasch den gewöhnlichen epiphytiziden Mitteln. Ob anderen, als Mikrosporon Audouini und minutissimum oder felinum bezeichneten Pilzarten, welche besonders von Haus­tieren auf den Menschen übertragen werden, eine eigene Bedeutung als spezifi­schen Krankheitserregern in den Tropen zukommt, muß sich erst noch zeigen. Mikrosporon minutissimum gilt in Europa bekanntlich als Pilz desErythrasina.

Das Mycetoma.

Das Mycetoma besser bekannt unter dem Namen ,,Madura-Fuß, den es einer seiner Hauptheimstätten, der Java nordöstlich vorgelagerten Insel Madura verdankt, wird sonst (nach Scheube) als Fungus disease, Fungus foot disease of India, Madura disease, Morbus tuberculosus pedis, Ulcus grave, Podelkoma etc bezeichnet. Bei den Eingeborenen Vorderindiens heißt es Perikal oder Anaikal (Tamil); Slipada (Bengali); Hatty-ka-pung (Dekhan) sämtlichgroßer Fuß bedeutend. In Rejputana heißt es Kirinagrah (Wohnung der Würmer); in Bellary: Gutlu madhe (Eierfuß); in Sanskrit P a d a v a 1 m i c u m (Elefantenfuß).

Schon aus diesen Bezeichnungen geht hervor, daß das Übel mit überwiegender Häufigkeit die Füße befällt; aber es beschränkt sich keineswegs auf die Uuter- extremitäten. Auch die Hände und die Kiefer werden ergriffen; die inneren Organe bleiben stets frei.

Wie der Name besagt, wird die Krankheit durch einen Pilz hervorgerufen welchen man früher zu den Strahlenpilzen rechnete und als dem Aktinomyces nächstverwandt ansah, ja mit ihm identifizierte. Diese letzte Auffassung ist aber zweifellos unzutreffend, und neuerdings ist man mehr geneigt, den Erreger als Streptothrix zu betrachten.

Der Pilz dringt von außen durch kleine Verletzungen in die Haut ein; sein Wachstum führt eine bedeutende Volumsvermehrung der Teile herbei, welche er durchsetzt und deren Struktur er vernichtet. Die Volumzunahme wird einmal durch die Pilzmassen selbst bewirkt und durch eine Art Quellung der gallertig umge- wandelten Gewebe; dann aber ganz besonders durch die reaktive Entzündung und reichliche Granulationswucherung. Die Oberfläche der geschwollenen Partie erscheint unregelmäßig höckerig.