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Dr. Albert Plf.hn.
Sobald die sekundären Entzündungserscheinungen ganz vorüber sind, kommen die pilztötenden Mittel an die Reihe. Hier steht das Chrysarobin als 5—lüpro- zentige Salbe mit Vaselin, Lanolin etc. an erster Stelle. Für die derbe Haut des wenig empfindlichen Negers bleibt es das souveräne Mittel und läßt auch veraltete, ausgedehnte Infiltrate um die Genital-Analsphäre nach 3—G, je einmal täglich vorgenommenen Einreibungen meistens verschwinden. (Man muß die Kranken anweisen, daß die Salbe nicht in die Augen kommen darf; im Gesicht darf sie überhaupt nicht angewandt werden.) — Die Haut des Europäers verträgt das Chrysarubin in wirksamer Konzentration meist schlecht und gerät oft in heftige Entzündung. Außerdem ruiniert Chrysarobin bekanntlich die Wäsche.
NaphthoIsalbe (5—10 °/ 0 ) fand ich wenig wirksam. — Sehr gut bewährten sich mir folgende Mischungen: Jchthyol—Glycerin—Spiritus aa und Pix liquida—Spiritus aa. Man kann mit Vorteil die wirksamen Bestandteile beider Mixturen verbinden und Ichthyol—Pix liquid.—Spiritus aa gebrauchen. Die dickliche Flüssigkeit wird mit einem Wattebausch aufgetragen. Die Wirkung ist nächst der des Chrysarobin die intensivste, und die Hautreizung doch nicht so groß. — Die dunklen Flecken in der Kleidung lassen sich auswaschen.
Sehr beliebt ist die Jodtinktur. Sie ist am reinlichsten und wirkt am mildesten. — Außerdem sind noch viele andere Mittel im Gebrauch. — In Ostasien wird ein alkoholisches Extrakt von Cassia alata sehr gerühmt.
Ganz allgemein kann man sagen, daß die auf dem Körper zerstreuten Eruptionen jedem der verständig angewandten Mittel leicht weichen, weil die Pilze dort nicht so schnell in die Tiefe Vordringen; die dauernde Beseitigung des Übels in der Skrotalfalte, am Damm, der Rima ani etc. gelingt dagegen ohne Klimawechsel mit keiner Methode ganz sicher mehr, sobald die Pilze einmal die unteren Schichten des Rete Malpighi erreicht haben.
Hier wird man sich oft auf palliative Behandlung beschränken müssen, um weiterer Ausbreitung vorzubeugen und den Juckreiz zu mildern. — Dazu ist es vor allem nötig, die Haut trocken und die Hornschicht hart zu erhalten. Man soll deshalb die Umgebung des Skrotum tunlichst oft mit alkoholischen Flüssigkeiten waschen ; Eau de Cologne und Bay-Rum sind zu diesem Zweck sehr zu empfehlen. Nachher stäube man mit Salicyl- oder Zinkpuder ein.
Wird der Juckreiz trotzdem zu arg, so genügt einmaliges Einpinseln mit Jodtinktur, um ihn wenigstens für ein paar Tage zu beseitigen und so die Nachtruhe zu sichern.
In dieser Weise muß man sich zu helfen suchen, bis ein Klimawechsel Radikalheilung ermöglicht.
Tinea imbrieata.
Die Tinea imbrieata (Manson); Herpes desquamans (Turner), Herpes farinosus (Ritter); Dermatomykosis chronica figurata exfoliativa s. Dermatomykosis koerab (Tamson); Herpes de Manson (Roux) Dajaksche schürft; Lusung (Borneo); Koerab-besie (Dajaks); Caskado (Molukken); Pita (Insel Bowditsch); Tokelau-ringworm; Lafa- T okelau (Samoa), Gune (Gilbert-Inseln); Tukunekune (ebenda); Gago (Marschall-Inseln); Fatafat (Yap); Kilinwai (Ponape); Etemane (Nauru) etc. unterscheidet sich schon durch den äußeren Anblick vom gemeinen Ringwurm. Die zentralen Partien bleiben bei der Tinea imbrieata nicht immun, nachdem sie vorübergehend abheilten, wie bei der ostasiatischen Form des gemeinen Ringwurms, sondern in ihrem Bereich entsteht alsbald ein neuer Erkrankungsherd und dehnt sich nach der Peripherie aus, während die Mitte wieder frei wird, so daß ein zweiter