Die tropischen Hautkrankheiten.
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mittler einer anderweiten, vielleicht spezifischen Infektion dienen, deren Träger nicht überall dort vorkommt, wo es Ankylostoma gibt, sondern nur in den beschränkten Gebieten, wo Pani-ghao herrscht. Ganz besonders sind das die Teegärten in Assam, sowie die Zuckerplantagen auf Trinidad und anderen westindischen Inseln. Hier wird zur Eegenzeit ein großer Teil der chinesischen Kulis von dein Übel ergriffen und zeitweise arbeitsunfähig dadurch gemacht, während in der Trockenzeit die Arbeiter weit seltener erkranken. Jedenfalls hat das Leiden in diesen Plantagen eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung.
Stets herrscht Pani-ghao nur in älteren Teeplantagen, deren Boden bereits mit den überall abgelagerten, vom strömenden Regen gelösten Fäkalien durchtränkt ist. In neu angelegten Teegärten kommt das Übel während des ersten und meist auch während des zw’eiten Jahres nicht vor.
Europäer, welche gut beschuht sind und für Reinlichkeit sorgen, werden nicht befallen.
Die Prophylaxe besteht demnach im Tragen fester Schuhe für den Europäer; im Tragen von Holzpantinen für den Eingeborenen. Auch Einpinseln
der Füße mit Steinkohlenteer ist empfohlen worden; die Behandlung beschränkt sich auf Reinlichkeit und auf Antiphlogose.
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Schecbe, Krankheiten der warmen Länder. 1903. Jena bei G. Fischer. 3. Aufl.
Die pseudo-genuiueu (sogeu. „klimatischen* 4 ) Bubonen.
Seit einer Reihe von Jahren haben sich die Schiffs- und Tropenärzte damit beschäftigt die Ursache von Bubonen — meist der Leistenbeuge — zu ergründen, für welche sich die Eintrittsstelle des etwaigen Infektionsstoffes weder an den Genitalien, noch an den Unterextremitäten oder anderen Lymphgefäßwurzeln nach-