Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1905)
Entstehung
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Die tropischen Hautkrankheiten.

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Ulcerazionen syphilitischen Ursprungs, oder auf Frambüsia zurückzuführen sind, und öfters hörte ich die Wirkung von Jodkalium dabei rühmen.

Selbstverständlich will ich nicht bezweifeln, daß tertiärsyphilitische Bein- gesehwüre, wie in anderen Gegenden, so auch im tropischen Afrika bei den Negern Vorkommen. Die sehr zahlreichen, von mir bei den Angehörigen der verschiedensten westafrikanischen Negerstämme während über 5 Jahren behandelten Beingeschwüre, waren jedoch durchgehend nicht spezifischer Natur. Denn nicht nur fehlten alle anderen tertiärsyphilitischen Symptome stets, sondern die Heilung gelang ausnahmslos ohne antisyphilitische Kur.

Behandlung. Der Kranke muß in horizontaler Lage auf seiner Pritsche ver­harren, wobei das Bein tunlichst hochzulagern ist. Bei schmerzhafter Entzündung der Weichteile um die Ulcerationen werden einige Tage lang Umschläge mit essig­sauerer Tonerde gemacht; haben die Geschwüre mehr torpiden Charakter, so treten protrahierte heiße Bäder mit dünner Kreolin- oder Kaliseifenlösung an ihre Stelle. Ist auf diesem Wege eine gewisse Peinigung erzielt worden, so wird in jedem Fall, entweder unter Anwendung von Lokalanästhesie (Athylchlorid) oder auch in Chloroformnarkose das Geschwür mittels eines größeren scharfen Löffels gründlich aus­geschabt und die unterminierten oder kallösen ßänder werden mit Messer und Schere abgetragen und geglättet. Hierauf wird die Wunde und ihre Umgebung reichlich und anhaltend mit antiseptischen Lösungen (Sublimat 1 : 1000) irrigiert. Zeigt sich, daß die Wundfläche nach dieser Prozedur Talergröße nicht überschreitet, so wird der Defekt mit Bismutum subnitricum gefüllt und ein fester Kompressionsverband angelegt. Der erste Verbandwechsel erfolgt nach fünf Tagen; die folgenden werden höchstens alle 810 Tage nötig, je nach der Stärke der Wundsekretion. Die Granulationsbildung ist bei diesem Verfahren eine gute und die Uberhäutung geht rasch von statten. Die Heilungsdauer richtet sich natürlich nach der Größe des Defektes.

Ist die Wundfläche nach Entfernung alles kranken Gewebes fünfmarkstückgroß oder größer, so wird nach der Irrigation zur Blutstillung ein trockener, aseptischer Kom- pressivverband aufgelegt, und am nächsten oder nächstfolgenden Tage der Defekt in be­kannter Weise mit Epidermislamellen gedeckt, welche man vom Oberschenkel entnimmt. Darauf trockener, aseptischer Kompressionsverband, der mindestens 14 Tage liegen bleibt. Wenn auch nicht alle transplantierten Epidermisstückchen immer anheilen, so war das Er­gebnis doch reichlich so gut, wie bei ähnlichem Vorgehen in Europa, und die Heilungs­dauer wurde ganz wesentlich abgekürzt. .Rezidive kamen später nicht häufiger vor, als bei spontaner Uberhäutung von den Wundrändern her.

Tropischer Pliagedänisiims.

Tropical sloughingphagedaena; Ulcere phagedenique des pays chauds; Ulcere phagedenique endemique; Phagedenisme des pays chauds; Ulcere annamite; Plaie annamite; Sarmes oder Sarnes (Congo); Ulcere de Mozambique' Plaie de Madagascar; Ulcere malgache; Ulcere de Yemen; Ulcere de Cocliinchine etc. (Scheube- Jeanseeme u. a.).

Unter dem NamenPhagedaenismus tropicus werden mancherlei, ätio­logisch wahrscheinlich verschiedenartige ulcerative Prozesse der Haut und tiefer­liegenden Gewebe zusammengefaßt. Ganz besonders erscheint die Verwechselung mit ausgedehnten, vernachlässigten, einfachen Beingeschwüren und serpiginösen Tertiärsyphiliden der Haut möglich zu sein. Auch phagedänische Genitalulcerationen können differentialdiagnostisch in Betracht kommen.

Was das Wesen des Leidens betrifft, so muß ich mich nach meinen Literatur­studien eigene Erfahrung steht mir hier nicht zur Verfügung der Ansicht derjenigen unbedingt anschließen, welche im sogen,tropischen Phagedänismus

Mense, Handbuch der Tropenkrankheiten. I. 2