Die tropischen Hautkrankheiten.
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Infiltrate •werden durch Umschläge oder Bäder in heißer Kaliseifenlösung gelockert und erweicht. Nach dieser Vorbereitung, die in frischeren Fällen entbehrlich ist, werden die ergriffenen Partien mit einem in 3prozent ige Lysol- oder 1—l 1 ' 2 pro- zentige Kreolinlösung getauchten Mullbausch tüchtig eingerieben. Diese Prozedur läßt man 5—6 Tage lang ein- bis zweimal täglich wiederholen. Die Lösung wird nicht fortgewischt, sondern muß auf der Haut verdunsten. (F. Plehn.)
Oft muß noch die Behandlung der zurückbleibenden Trichophytie nach den bei Besprechung dieses Leidens gegebenen Regeln folgen lassen.
Literatur.
Bennett, R. A., Craw-Craw. Jouru. of trop. Med. 1901. S. 55.
Brault, J., Note sur le craw-craw. Aun. de derm. et de syph. 1899. S. 226.
Derselbe, Hygiene et prophylaxie des malades dans les pays ehauds. Paris 1900. S. 84. Blanchard, Traite de Zoologie medicale. Paris 1885—1889. 2 vol.
Emily, J., Sur le traitement du craw-craw. Arch. de med. nav. 1899. S. 54.
Manson, P., in Davidsons Hygiene and diseases of warm climates. London 1893.
O’Neil, On the presence of a filaria in craw-craw. Lancet 1875. S. 265.
Plehn, F., Die Kamerunküste. Berlin 1896, bei Hirschwald.
Plehn, A., Jahresberichte über Klima und Gesundheitsverhältnisse der Kamerunkolonia.
— Arbeiten aus dem Gesundheitsamte 1895 und folgende.
RangS, Rapport medical sur le Service de sante du corps expeditionnaire et du corps d’occupation du Benin. (1892—93.) Arch. d. med. nav. 1894. S. 283.
Scheitbe, B., Kro-Kro. Eulenburgs Realencyclop. 1903. Jahrb. X. S. 453.
Dermatitis ulcerosa tropica.
Scharf zu trennen von der soeben geschilderten Knötchen-Dermatitis, obwolil gleichfalls in seinen westafrikanischen Heimstätten von Schwarzen und Weißen als Kro-Kro bezeichnet, ist eine ulzerative Erkrankung der Unterschenkel — seltener der Oberschenkel und Nates, welche ausschließlich Europäer zu befallen scheint, und zwar fast nur solche, die während wochenlanger Märsche durch Wasser und Sumpf, oder infolge der besonderen Verhältnisse an ihren ständigen Wohnstätten, nicht in der Lage sind, die fortgesetzt feuchte, mit Bodenbestandteilen verunreinigte Haut durch Waschen in reinem Wasser zu säubern. F. Plehn hat das Leiden als besondere Krankheit meines Wissens zuerst beschrieben.
Ich beobachtete die ulzeröse Dermatitis der Tropen mehrfach bei Mitgliedern von Expeditionen, welche gezwungen waren, den westafrikanischen Urwald während der Regenzeit zu durchziehen, wo er in großer Ausdehnung überschwemmt ist. Außerdem litten einige Kolonisten daran, die dauernd inmitten dieses Urwalds wohnten; endlich sämtliche Ansiedler in der französischen Kolonie Cap Lopez, wo zur Trockenzeit reines Süßwasser zum Baden knapp ist, und während der Regenzeit die ganze Gegend unter Wasser steht.
Aber offenbar ist das Übel auch sonst in Westafrika weit verbreitet. Ein Teil der als „Malarial ulcers“ von englischen Autoren beschriebenen Affektionen gehört hierher.
Es bilden sich an den Unterschenkeln zunächst stark zuckende kleine Papeln; diese wandeln sich bald in flache Substanzdefekte um, welche rasch an Größe zu- nelimen und mehr oder weniger weit in die Tiefe gehen, so daß schließlich kraterförmige, meist kreisrunde Geschwüre von Groschen bis Markstückgröße entstehen. Diese konfluieren unter Umständen und gewinnen dadurch mannigfache Gestalt. Ihr braunroter Grund sondert spärliche, dünne, gelblichgraue Flüssigkeit ab, •welche zu Rupia ähnlichen braungrünen Borken gerinnt, sobald die Haut zeitweise trocken wird. Die Umgebung der Geschwüre rötet sich entzündlich, und der ganze, stets besonders stark ergriffene Unterschenkel schwillt an. .