Die tropischen Hautkrankheiten.
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derart zu bedecken, daß er die Wäsche nicht infizieren kann, und eine direkte Infektion anderer Hautstellen durch die Hände ebenfalls verhütet wird.
Literatur.
Plehn, F., Die Kamerunküste. Berlin 1896, bei Hirschvvald.
Davidson, Hygiene and Diseases of warm climates. 1893, Liverpool and London.
.Roux, Traite pratique des maladies des pays chauds. Paris, 1888.
Soheube, Die Krankheiten der warmen Länder. Jena 1903, bei G. Fischer.
Manson, Tropical diseases etc.
Dermatitis nodosa tropica.
Knotehendermatitis möchte ich nach F. Pi.ehx’s Vorgang ein bei den Hegern in West-, weniger in Ostafrika, häufiges Leiden nennen, welches gewöhnlich den Namen Kro-Kro führt. Von verschiedenen Seiten ist mit Recht darauf hingewiesen worden, daß der dem Wortschatz der Eingeborenen entlehnte Ausdruck Kro-Kro oder Craw-Craw keinen einheitlichen Krankheitsbegriff bezeichnet, sondern auch von den europäischen Kolonisten und selbst Ärzten für die verschiedenartigsten Leiden gebraucht wird, welche mit Hautjucken einhergehen. Es wäre deshalb angebracht, die Bezeichnung Kro-Kro ausschließlich auf jenen eigenartigen papulo-pustulüsen Ausschlag zu beschränken, welchen O’Neil 1875 zuerst unter diesem Namen beschrieb, und der seine Entstehung kleinsten Nematoden in der Haut verdanken soll.
Nur Xielly hatte später einen ähnlichen Befund bei einem Hautleiden, das er „dermatose parasitaire“ nennt. Manson vermutete früher einen Zusammenhang dieses Übels mit Filaria perstans, ist inzwischen jedoch von seiner Meinung zurückgekommen. Freilich scheinen diese Krankheiten sehr selten zu sein und es ist wohl die Frage, ob der in einigen Eruptionen gefundene Parasit wirklich die Krankheitsursache darstellt und nicht einen zufälligen Nebenbefund, wie ich es von eigentümlichen, mit pigmentierten, plasmodienartigen Gebilden erfüllten Infusorien glaube, die ich im Pustelinhalt bei einem Europäer in Kamerun fand.
Eine praktische Bedeutung haben diese Affektionen sowohl wegen ihrer Seltenheit nicht, als auch deshalb, weil sie kaum kontagiös sein dürften.
Auch die „Knötchenfleehte“ ist nach meinen Erfahrungen nicht ganz so häufig, wie F. Plehn es angibt, welcher schätzt, daß von 10 Negern in Kamerun sicher 2 daran leiden.
Anfangs hatte ich in meinen Krankenlisten ähnliche Zahlen. Als ich der Sache später meine besondere Aufmerksamkeit zuwandte, zeigte sich jedoch, daß die „flachen harten Infiltrationen“, welche nur noch peripher isolierte Knötchen zutage treten lassen, entgegen F. Plehn’s und meiner eigenen früheren Annahme, doch in vielen Fällen die tropische Trichophytie zum letzten Ausgangspunkt haben, und ihr eigentümliches Aussehen wiederholter bakterieller Sekundärinfektion verdanken, die zu einer chronischen, follikulären Dermatitis führte.
Es handelt sich bei der Knötchen-Dermatitis um eine follikuläre chronische Entzündung der Cutis mit mäßiger fibrinöser Exsudation und Zellanhäufung um die Haarbälge und Schweißdrüsen, die in ätiologischer Beziehung wohl kaum als .spezifisch gelten kann. Pusteln bilden sich nur ausnahmsweise, und das histologische Substrat des Leidens entspricht einigermaßen dem einer stark entwickelten Akne follicularis vor der Vereiterung.
F. Plehn fand zwischen den Epidermisschuppen im Bereich des erkrankten Gewebes neben einer verschiedenartigen Bakterienflora konstant den Staphylococcus pyog. aureus in den Drüsengängen, erzielte jedoch durch Infektion gesunder Haut mit